Justiz: Räuber bedroht den Kassierer mit einem Messer

Justiz : Räuber bedroht den Kassierer mit einem Messer

Er war am 18. Februar dieses Jahres gegen 21.40 Uhr mit einem Kapuzenpullover und einem schwarz-weißen Schal maskiert in die SB-Tankstelle an der Euskirchener Straße gestürmt und hatte den Kassierer zur Herausgabe des Bargeldes gezwungen.

Wegen dieser Tat, an der mutmaßlich zwei weitere junge Männer beteiligt waren, legte der Angeklagte Marius Ö. (27) am Montag vor der 7. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht ein Geständnis ab. Bei dem Überfall habe er an die tausend Euro erbeutet, berichtete der Angeklagte.

Während sein „Kollege“ Soufian B. (25), er ist gleichfalls wegen schwerer räuberischer Erpressung angeklagt, bislang schweigt, berichtete Ö., wie er in die Tankstelle gegangen war. Er sei an jenem Abend mit einem etwa 25 Zentimeter langen Messer in den Raum gekommen, das Messer sei aber nicht zu sehen gewesen. Er habe den Kassierer gezwungen, die Schublade aufzumachen und ihm das Geld auszuhändigen. Dabei hielt er dem Mitarbeiter das Messer in Hüfthöhe vor.

Der damalige Tankstellenkassierer Jannik S. (23) bestätigte dies am Montag Zeugenstand. „Bereits als er herein kam, sagte er laut, ich solle die Kasse aufmachen, das sei ein Überfall“, berichtete der ehemalige Schüler. Das habe er auch sofort getan, versicherte der Zeuge. Der Räuber sei drohend auf ihn zugekommen, habe sich sodann unmittelbar neben ihn gestellt „und das Messer auf mich gerichtet“.

Er sei völlig verschreckt gewesen, berichtete der Überfallene dem Gericht, habe noch Wochen später schlecht schlafen können. Auch eine Klausur für die Fachhochschule am nächsten Tag habe er nicht schreiben können, sagte er.

Denn die Herausgabe des Bargeldes war nicht alles. Der Täter hatte zudem noch verlangt, dass der Geldtresor für die Aufbewahrung der Tageseinnahmen aufgeschlossenen werden müsse.

Das aber ging gründlich schief, weil nur eine erste Türe zu öffnen war, für die Haupttüre zu dem Tresor war kein Schlüssel vorhanden. Das habe der Täter eingesehen und sei auch deswegen geflüchtet, weil ein neuer Kunde den Raum betreten hatte. „Der wollte nur Zigaretten kaufen“, berichtete Kassierer S. über den Retter in dieser Situation.

Auch eine aufmerksame Nachbarin der Tankstelle hatte sich unmittelbar nach dem Überfall gemeldet: Da habe die ganze Zeit ein fremder Wagen ohne Licht und mit laufendem Motor gestanden, hatte sie beobachtet, ob denn auch alles in Ordnung sei, wollte sie am Telefon wissen. War es nicht. Die beiden Mittäter warteten in der Tat in dem Auto, wobei für den Fahrer gilt, dass er „nur“ wegen Beihilfe zum Tankstellenraub angeklagt ist.

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