Projekt "Lebensart" bringt Arbeitssuchende in Düren auf Theaterbühne

Projekt für Menschen ohne Arbeit : Erfolg bei Theater statt Frust bei Jobsuche

Das Projekt „LebensART“ richtet sich an arbeitslose Menschen und verbindet Theaterproduktion mit individuellem Jobcoaching. Rund 15 Teilnehmer aus der Region präsentierten am vergangenen Freitag die Premiere ihres Stücks „Wunder brauchen Zeit“ in der Fabrik für Kultur und Stadtteil an der Nörve­nicher Straße.

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Aschenputtel, die von ihren Stiefschwestern ausgenutzt und misshandelt wird. Doch Mobbing, Lästereien und Intrigen findet man leider nicht nur in Erzählungen der Gebrüder Grimm, sondern oft auch im alltäglichen Leben. Die Teilnehmer des Projekts „LebensART“ etwa, fünfzehn derzeit arbeitslose Mütter und Väter aus dem Kreis Düren, viele davon alleinerziehend, erzählten in ihrem Theaterstück „Wunder brauchen Zeit“ eine moderne Version des Märchens. Sechs Frauen standen am Freitagabend auf der Bühne, unterstützt wurden sie von Akteuren hinter der Bühne sowie der zuständigen Jobvermittlerin und einer Theaterpädagogin.

Das Stück ist das Ergebnis von einem halben Jahr Projektarbeit, das nach einem umfangreichen Coaching und begleitenden Theaterstunden entstand. „Unsere Teilnehmer wurden Woche für Woche begleitet. Zwei Tage Jobcoaching, zwei Tage Theater, ein Tag Verbindung von beidem“, erklärte Rainer Bigge von der Defakto-GmbH, die das Projekt in Zusammenarbeit mit der Jobcom Düren initiiert hat. „Anschließen wird sich nun zunächst ein Praktikum, das wir vermitteln. Im besten Fall finden alle unsere Teilnehmer eine neue Anstellung, bei Bedarf werden sie weiterhin von uns betreut.“ Seit etwa fünf Jahren finden die jeweils sechsmonatigen Projekte statt mit dem Ziel, Arbeitssuchenden den Rücken zu stärken und sie bei der Jobsuche zu unterstützen. Neben dem Bewerbungstraining erarbeiteten die Teilnehmer die gesamte Theaterproduktion, in der sie ihre Lebenssituation kreativ in Szene setzten.

 Aus Aschenputtel wurde am Freitag  „Fräulein Cordula“, die an ihrem Arbeitsplatz mit Schikane zu kämpfen hat. Von ihren intriganten Kolleginnen im Bekleidungsgeschäft gequält, findet die Protagonistin einen Weg aus ihrer Misere, setzt sich gegen ihre Peiniger durch und steigt zur Filialleiterin auf. Die schauspielerische Leistung ließ nichts zu wünschen übrig, im Gegenteil, die Damenüberzeugten mit einer lebendigen und authentischen Art und ernteten großen Applaus.

Im Sommer diesen Jahres findet erneut ein „LebensART“-Projekt für Arbeitssuchende statt. Informationen unter: www.defakto.org

(nie)
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