Projekt „Kommunalpolitik in der Schule“ geht in Düren in die 2. Runde

Projekt „Kommunalpolitik in der Schule“ : 26 Schüler aus Düren begleiten Ratsleute bei der Arbeit

Das Projekt „Kommunalpolitik in der Schule“ geht in Düren in die zweite Runde. Doppelt so viele Jugendliche wie 2018 begleiten wieder Ratsmitglieder aus Düren und beobachten sie bei ihrer kommunalpolitischen Arbeit.

Ich interessiere mich für Politik, und ich vertrete sehr gerne meine Meinung. Deswegen habe ich mich für dieses Projekt angemeldet.“ Die 16-jährige Schülerin des Bischöflichen Gymnasiums St. Angela bringt in wenigen Worten sehr prägnant auf den Punkt, warum sie sich für die zweite Auflage des Programms „Kommunalpolitik in der Schule“ (KidS) gemeldet hat.

„Im vergangenen Jahr hat die Stadt Düren auf Initiative der stellvertretenden Bürgermeisterin Liesel Koschorreck (SPD) zum ersten Mal bei KidS mitgemacht – damals waren 13 Jugendliche mit von der Partie. Diesmal machen 26 Schüler aus sieben weiterführenden Schulen mit und beobachten Ratsmitglieder bei ihrer kommunalpolitischen Arbeit.

Wie KidS genau funktioniert, ist schnell erklärt: Sechs Wochen vor und sechs Wochen nach den Herbstferien begleiten die Jugendlichen die Politiker unterschiedlicher Parteien – die jeweiligen Paarungen wurden bei der KidS-Eröffnungsveranstaltung im Rathaus ausgelost und wechseln im Rahmen der Projektdauer einmal. Die Jugendlichen nehmen an Ausschuss- und Ratssitzungen teil, begleiten ihre Paten aber auch bei anderen Terminen, zum Beispiel Ortsbegehungen in ihrem Stadtteil oder Festen.

Außerdem gibt es spezielle Informationsveranstaltungen, bei denen die Jugendlichen auf theoretischer Ebene lernen sollen, wie Verwaltung und Politik in Düren arbeiten. „Wir starten das Projekt bewusst in einem Zeitraum, in dem der Rat viele wichtige Entscheidungen zu treffen hat“, erklärt Bürgermeister Paul Larue (CDU) den Jugendlichen. „Und wir haben uns nach den Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr auch bewusst entschieden, den Projektzeitraum deutlich zu verlängern. Ich bin sicher, dass es sehr spannend wird.“

Mitbestimmung ist wichtig

Die kommunale Selbstverwaltung, ergänzte der Verwaltungschef, sei in Deutschland ein hohes Gut. Larue: „Kommunalpolitiker engagieren sich ehrenamtlich. Wir haben die Chance, unsere Angelegenheiten zu einem Großteil selbst zu regeln. Das ist in Frankreich zum Beispiel ganz anders.“ Mitbestimmung von Jugendlichen, ergänzte Carina Salentin, Abteilungsleiterin Sozialpädagogische Dienste beim städtischen Jugendamt, sei ihr und ihren Kollegen sehr wichtig. „Es gibt mittlerweile eine Kollegin beim Jugendamt, die sich federführend mit dem Thema ‚Eigenständige Jugendpolitik’ beschäftigt.“

Die meisten Jugendlichen, die sich bei KidS beteiligen, äußern ähnliche Gründe wie die Angela-Schülerin. „Mir ist es wichtig, Politik auch einmal von einer anderen Seite kennenzulernen“, erklärt ein Schüler des Stiftischen Gymnasiums. „Außerdem weiß ich nicht wirklich, wie Kommunalpolitik funktioniert, und das, was dort alles entschieden wird. Das will ich ändern.“

Aber warum beteiligen sich die Ratsmitglieder an dem Projekt, das es auch in anderen Kommunen in NRW, beispielsweise in Eschweiler, gibt? „Ich habe während der Schulzeit angefangen, mich kommunalpolitisch zu engagieren“, erinnert sich CDU-Fraktionschef Stefan Weschke. „Vielleicht können wir ja Dank KidS mehr junge Leute für die Politik begeistern.“

„Es ist unsere Pflicht als Ratsmitglieder, junge Leute an die Hand zu nehmen“, betont SPD-Mann Andreas Isecke. Und Verena Schloemer von Bündnis 90/Die Grünen möchte den Jugendlichen zeigen, dass in der Kommunalpolitik gerade auch für junge Menschen etwas bewegt wird.“

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