Projekt "Ankommen in Düren" begleitet Flüchtlinge

Ankommen in Düren : Flüchtlinge auf ihrem Weg begleiten

Das bundesweit vorbildliche Projekt „Ankommen in Düren“ (AID) wurde jetzt um die Einrichtung eines zentralen Projektbüros erweitert, das Stadtkämmerer Thomas Hissel und die stellvertretende Bürgermeisterin Liesel Koschorreck mit den Vertretern der Caritas und des Sozialdienstes Katholischer Frauen Dirk Hucko und Ulli Lennartz vorstellten.

An der Wilhelmstraße stehen drei Sozialarbeiterinnen den Flüchtlingen zusätzlich zu den offenen Sprechstunden in den städtischen Übergangsheimen zu festen Zeiten für Beratungen zur Verfügung.

Gestartet wurde AID zur sozialen Betreuung und Integration der in Düren lebenden Flüchtlinge im September 2016 zunächst für eine Zeit von zwei Jahren. Seitdem wird diese freiwillige Maßnahme allein aus Finanzen des städtischen Haushalts bestritten. In dieser Zeit ist es der Stadt Düren gelungen, hunderten Bürgerkriegsflüchtlingen und politisch verfolgten Menschen eine sichere Zuflucht in Düren zu geben und sie mit den notwendigen Leistungen zu versorgen. Dabei nahmen das Sozialamt und die in der Flüchtlingsbetreuung erfahrenen Verbände der Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Evangelischen Gemeinde zu Düren und des Sozialdienstes Katholischer Frauen die im Vorfeld abgestimmten Aufgaben gleichberechtigt wahr. Für die Aufgabenverteilung wurde das Stadtgebiet Düren zu Beginn des Projektes in fünf Integrationsräume unterteilt, wobei ein Integrationsraum von der Stadt Düren selbst betreut wurde.

Inzwischen wurde das Projekt für weitere zwei Jahre verlängert. Wegen der rückläufigen Flüchtlingszuweisungen wurde die Anzahl der Integrationsräume von fünf auf drei verkleinert, von denen die Stadt Düren einen betreut und die Caritas und der Sozialdienst Katholischer Frauen je einen weiteren. Gleichzeitig wurde der so genannte Betreuungsschlüssel deutlich reduziert, um eine sehr gute und intensive Betreuung der Flüchtlinge zu gewährleisten. Jede Sozialarbeiterin, die bisher 200 Flüchtlinge betreute, ist jetzt nur noch für maximal 100 Flüchtlinge zuständig.

Außerdem hat sich nach der Erstaufnahme der Schwerpunkt nun auf die Integration der Flüchtlinge mit Bleibeperspektive verlagert. Dabei wird die Vielzahl staatlicher Angebote mit unterschiedlichen Akteuren und Verfahren und auch die Unterstützungen der Verbände und das hervorragende bürgerliche Engagement miteinander in einem Konzept verbunden. In Düren stellt das Projekt weiterhin auf eine individuelle Einzelfallbetreuung ab, die sich ausschließlich an den unterschiedlichen Bedarfen der Menschen orientiert. Das sind beispielsweise die Begleitung zu Behörden und Ärzten oder Hilfeleistungen wie das Lesen, Übersetzen und Erläutern von Briefen und Dokumenten, Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen oder die Vermittlung in Sprachangebote und die Begleitung und Betreuung von kranken und traumatisierten Flüchtlingen.

Wolfgang Nolden, Projektleiter beim Sozialamt, betont, wie wichtig beim Projekt AID auch die Einbeziehung der Ressourcen der verschiedenen lokalen Anbieter von Integrationsmaßnahmen und Beratungsleistungen in der Kommune sind, um neben dem Austausch von Informationen und Erfahrungen eine bessere Koordinierung und Transparenz sowie Vermeidung von Doppelstrukturen zu erzielen. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, dass die einzelnen Beratungsinstitutionen ihre jeweiligen spezifischen fachlichen Kompetenzen arbeitsteilig einbringen, um so unnötige Konkurrenzen zu vermeiden.

(kel)
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