Powervolleys: 1.Heimspiel gegen Königs Wusterhausen

Neue Saison, neues Team : Powervolleys bestreiten ihr erstes Heimspiel

„Die Powervolleys sind für mich mein Heimatverein, weil ich hier, damals hieß der Verein noch Evivo, meine Profi-Karriere als Volleyballer begonnen habe. Und es war immer klar, dass ich irgendwann wieder zurückkomme.“

Tomáš Kocian (30) ist einer von neun Neuzugängen der SWD Powervolleys, die heute Abend in der Arena Kreis Düren (Anpfiff 19 Uhr) ihr erstes Heimspiel der neuen Saison gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen bestreiten. Neben Kocian sind noch der Chilene Sebastian Gevert, der Franzose Florian Lacassie, der US-Amerikaner Daniel Ford, die drei Kanadier Lucas Coleman, Irvan Brar und Jordan Or sowie die beiden Deutschen Lukas Maase und Rudy Schneider neu im Team.

Aber warum kommen erfahrene Spieler wie Gevert und Kocian, der in den vergangenen drei Jahren beim VfB Friedrichshafen gespielt hat, zurück an die Rur? Und wie kommt es, dass schon seit Jahren immer viele kanadische Volleyballer Düren als Sprungbrett für eine Karriere in Europa betrachten?

Was Gevert und Kocian angeht, hat die Entscheidung für Düren in erster Linie familiäre Gründe. „Meine Frau kommt aus der Gegend, ihre Familie wohnt hier. Und mein Vater lebt in Koblenz, das ist auch nicht so weit weg. Uns war es wichtig, wieder näher an der Familie zu sein.“ Auch Geverts Freundin und die gemeinsamen zwei Kinder leben in Düren. „Familie ist mir sehr wichtig. Deswegen wollte ich wieder zurück.“

Gleichzeitig, ergänzt Gevert, habe er immer gesagt, seine Karriere in Düren beenden zu wollen. „Ich bin jetzt 30 Jahre alt, für mich ist das der richtige Zeitpunkt für Düren.“ Zudem habe sich der Verein in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt. „Ich bin eng mit Blair Bann befreundet, der lange Libero bei den Powervolleys war, und wir haben natürlich viel geredet. Der Klub ist sehr professionell aufgestellt, und auch erfahrene Sportler sind sehr gut aufgehoben.“

Dass Florian Lacassie aus Ajaccio nach Düren gekommen ist, liegt vor allem an Powervolleys-Kapitän Michael Andrei. Der hat auch lange auf Korsika gespielt und Lacassie die Powervolleys schmackhaft gemacht. „Ich war sechs Jahre in Ajaccio“, sagt Lacassie. „Das ist eine lange Zeit.“ Für ihn sei am wichtigsten gewesen, so der Franzose, einen guten Platz für sich, seine Freundin und die gut einen Monat alte Tochter zu finden. „Ich will Sicherheit für meine Familie, und die finde ich in Düren.“ Zwar würden die Powervolleys nicht die höchsten Volleyball-Gehälter zahlen, aber „der Verein kümmert sich gut um die Spieler und deren Familien.“

Fahrräder, Autos, Hilfe bei der Wohnungssuche und bei Ämtergängen - Lacassie spricht von einem „Familien-Klub“. „Die Leute sind total nett, wir fühlen uns schon jetzt sehr wohl. Und das war für mich das Wichtigste.“ Ähnlich sehen das auch die beiden Youngsters im Team der Powervolleys, Lukas Maase (20) und Rudy Schneider (18). „Ich komme aus Borken“, sagt Schneider, „und bin froh, meine erste Bundesligaerfahrung in Heimatnähe machen zu können.“

Lukas Maase hat gleich beim ersten Probetraining an der Rur gespürt, dass die Chemie zwischen ihm und den Verantwortlichen im Verein stimmt. „Ich bin Mittelblocker, und Düren hat mit Michael Andrei und Tim Broshog zwei erfahrene Männer auf meiner Position, von denen ich enorm viel lernen kann. Ich musste nicht lange überlegen, als das Angebot von Düren kam.“

Die enge Verbindung von Düren zum kanadischen Volleyball gibt es schon seit 1972. Goswin Caro, sportlicher Leiter der Powervolleys: „Wir hatten damals Besuch von der Universitätsmannschaft von Calgary und sind ein Jahr später mit unserer ersten Mannschaft vier Wochen auf Gegenbesuch in Kanada gewesen. Dort sind Freundschaften entstanden, von denen wir heute noch profitieren.“ Diese Kontakte und vermutlich auch eine Art „Blair-Bann-Connection“ haben dafür gesorgt, dass Irvan Brar, Lucas Coleman und Jordan Or in Düren ihre Zelte aufgeschlagen haben. „Die Powervolleys haben einen enorm guten Ruf“, sagt Coleman. „Und zwar insgesamt, also, was den Verein betrifft, das Trainings-Team und die anderen Spieler.“

Genau wie Coleman hat auch Brar viele Gespräche mit Bann geführt. „Mein Ziel“, sagt Brar, „war immer der europäische Profi-Volleyball. Deutschland hat eine Top-Liga, und für mich ist Düren der perfekte Ort, um in Europa durchzustarten.“ Zum einen, ergänzt Coleman, würde der Verein sich gut um die Spieler kümmern. „Man bekommt wirklich Hilfe in allen Lebenslagen. Wenn man nicht weiß, was es bedeutet mit der ‚Müllwoche’ dran zu sein, braucht man nur die Teammanagerin anzurufen. Hinzu kommt, dass die Mannschaft sehr erfolgreich ist. Es passt einfach.“

Or fügt hinzu: „Alle sprechen hervorragend Englisch. Die medizinische Versorgung ist bestens. Das war mir wichtig,“ Und US-Amerikaner Daniel Ford? „Ich bin froh, dass drei Jungs, die genau wie ich aus Nordamerika kommen, bei den Powervolleys sind. Wir machen viel zusammen.“

Neben den vielen Vorteilen des Klubs sei es vor allem die Stadt, die ihm gut gefallen würde. „Ich mag Düren. Es ist klein und überschaubar. Man kann viel Radfahren und Laufen. Das mag ich.“ Die Mannschaft habe von Anfang an gut funktioniert. „Das liegt daran, dass es hervorragende Führungsspieler wie Michael Andrei gibt. Davon können alle profitieren.“

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