Düren: Polizeibeamter 20 Meter von Auto mitgeschleift

Düren: Polizeibeamter 20 Meter von Auto mitgeschleift

Weil er nachts in einer Dürener Fußgängerzone einen Wagen abgestellt hatte, erregte ein Lagerarbeiter (30) im Juni dieses Jahres die Aufmerksamkeit von zwei Polizisten. Die waren in jener Nacht in Zivil unterwegs. Das Geschehen eskalierte damals, der Arbeiter musste sich deshalb am Donnerstag vor Gericht verantworten.

Der Angeklagte, ein Vater von vier Kindern, verweigerte im Gerichtssaal die Aussage. Er stand damals in einer kleinen Gruppe in der Kuhgasse herum. Das berichteten die beiden Polizisten als Zeugen dem Richter und den beiden Schöffen.

Die Beamten hatten den Wagen gesehen, die Gruppe und auch, dass Alkohol getrunken wurde. Die Polizisten, 46 und 50 Jahre alt, verlangten daraufhin Führerscheine und Ausweise.

Der Angeklagte hätte sich danach wortlos ins Auto gesetzt und den Zündschlüssel umgedreht. Einer der beiden Polizisten beugte sich prompt in den Wagen, um den Zündschlüssel abzuziehen. Er bekam den Schlüssel aber nicht zu packen. Sein Arm hing daraufhin im Lenkrad fest, als der Fahrer einen Gang einlegte und losfuhr. 20 Meter weit schleifte er den Beamten mit, in einer Rechtskurve schleuderte die Fliehkraft den Polizisten zu Boden.

Ja, den Dienstausweis habe man dem Angeklagten gezeigt. Ja, es sei ihm deutlich gesagt worden, dass er es mit zwei Polizisten zu tun habe. Nach Aussage der beiden Beamten hätte der Arbeiter eigentlich klar erkennen können, dass er mit dem Wegfahren seine unklare Lage nur verschlimmerte.

Hautschürfungen und Prellungen trug der Beamte davon. Um ihn kümmerten sich in der Kuhgasse die schnell herbeigerufenen Kollegen. Der Angeklagte erschien etwa 15 Minuten später wieder am Tatort. Er sah wohl sein Fehlverhalten ein, entschuldigte sich, wurde festgenommen. Auch im Gerichtssaal entschuldigte er sich wieder bei den beiden Polizisten.

Wegen Diebstahl ist der Mann seit 2003 mehrfach zu Geld- und Haftstrafen verurteilt worden. Neun Monate auf Bewährung und neun Monate Führerscheinentzug forderte die Staatsanwältin. Das Gericht verurteilte den Mann schließlich wegen Körperverletzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt zu fünf Monaten auf Bewährung und fünf Monaten Entzug der Fahrerlaubnis.