Polizei und Stadt Düren kontrollieren Lkw-Fahrverbot

Euskirchener Straße : Polizei kontrolliert das Lkw-Fahrverbot erstmals intensiv

Seit zwei Wochen gilt auf der Euskirchener Straße zwischen Friedrich-Ebert-Platz und Oststraße ein Durchfahrtsverbot für Lkw ab 3,5 Tonnen. Damit will die Stadt Düren die Stickstoffdioxid-Werte senken und das mit der Klage der Deutschen Umwelthilfe gegen den Luftreinhalteplan drohende Diesel-Fahrverbot vermeiden.

Ausgewichen auf den ersten Teilabschnitt der Ostumgehung (B 56n) ist aber kaum ein Brummi-Fahrer. Das soll sich jetzt ändern. Mittwoch wurde erstmals kontrolliert.

Nach „anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten“, wie Dürens Rechtsdezernentin Christina Käuffer einräumte, haben Polizei und Ordnungsamt der Stadt am Mittwoch in einer gemeinsamen Aktion damit begonnen, das Durchfahrtsverbot durchzusetzen. Wie nötig dies ist, war allein daran zu sehen, dass sich zeitweise die von der Polizei aus dem Verkehr gezogenen Lkw auf mehr als 150 Metern aneinanderreihten. Dass auch viele einheimische Fahrer das Verbot ignorierten, kommentierte ein Mitarbeiter der Stadt mit den Worten „einfach nur traurig“. Vor allem sie müssten es besser wissen. Im Zuge des Luftreinhalteplans hatte die Dürener Industrie schon 2013 zugesagt, die Euskirchener Straße zu meiden und diese Ansage auch an die an- und abliefernden Speditionen weiterzugeben.

Die Stickstoffdioxid-Messung an der Euskirchener Straße. Seit Jahren wird der Grenzwert trotz Luftreinhalteplans deutlich überschritten. Foto: ZVA/Jörg Abels

Die Bilanz der Kontrollaktion nach gut drei Stunden: Insgesamt 72 Fahrer wurden wegen des Verstoßes gegen das Durchfahrtsverbot gestoppt. Die 53 deutschen Fahrer erwartet nun ein Verfahren mit einem Bußgeld in Höhe von 75 Euro, die 19 ausländischen Fahrer mussten noch vor Ort eine Sicherheitsleistung in gleicher Höhe zahlen.

„Wir hoffen natürlich, dass sich bei den Lkw-Fahrern nun ein Lerneffekt einstellt“, betonte Christine Käuffer. Daher sollen die Kontrollen auf jeden Fall fortgesetzt werden, in welcher Regelmäßigkeit, wollen Stadt und Polizei nach einer Auswertung in den kommenden Tagen noch abstimmen.

Weil die Polizei aber eigentlich seitens des Innenministeriums angehalten ist, sich bei der Verkehrsüberwachung auf die Bekämpfung der Hauptunfallursachen zu konzentrieren, wie Dirk Steffen, Leiter der Führungsstelle der Direktion Verkehr, betonte, überlegt die Stadt Düren bereits, eine technische Überwachungsvorkehrung zu treffen. Vorbild dabei ist die Stadt Mönchengladbach, die eine Blitzsäule angeschafft hat, die keine Temposünder, sondern Lkw aufgrund ihrer Größe bildlich registriert, so dass die Stadt anhand der Kennzeichen Bußgeldverfahren einleiten kann.

Erklärtes Ziel der Stadt ist es aber nicht, eine neue Einnahmequelle zu schaffen, sondern dafür zu sorgen, dass die Stickstoffdioxid-Werte in der engen Häuserschlucht der Euskirchener Straße unter den Grenzwert fallen. Damit vor allem der Durchgangsverkehr in Zukunft die Dürener Innenstadt umfährt, sollen nach Absprache mit dem Landesbetrieb Straßen NRW auch außerhalb der Stadt noch Hinweisschilder an den Wegweisern installiert werden, kündigt der zuständige Amtsleiter Heiner Wingels an. Vor allem der überörtliche Verkehr, wird er nicht müde zu betonen,  habe schon jetzt mit der A4-Anschlusstelle Merzenich und der neuen B 56n die Möglichkeit, Düren zu umfahren.

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