Kreis Düren: Politikverdrossenheit Adé: Schüler sollen mitmischen

Kreis Düren : Politikverdrossenheit Adé: Schüler sollen mitmischen

Junge Menschen stärker an den politischen Entscheidungen im Kreis Düren beteiligen — das ist ein Ziel, das Landrat Wolfgang Spelthahn, seine Verwaltung und die Kreispolitik ausgerufen haben. Partizipation lautet das Stichwort.

Die Politik wolle nicht nur über die Jugendlichen, sondern mit ihnen reden. Nachdem im Kreis kurz über ein Jugendparlament nachgedacht worden sei, hat der Jugendhilfeausschuss nun die Bezirksschülervertretung in den Fokus gerückt.

„Dort haben wir bereits demokratisch legitimiertes Gremium mit einem Delegiertensystem. Mit diesem Gremium wollen wir stärker zusammenarbeiten“, sagt Spelthahn, der betont, dass er dies als ernsthaftes Projekt begreife, bei dem die kritische Meinung der Jugend früh gehört werden und im Idealfall auch einbezogen werden soll. „Die Politikverdrossenheit kommt aus dem Gefühl, nicht mitwirken zu können“, sagt Spelthahn. Das solle sich ändern.

Die Wünsche und Meinungen der Jugendlichen sollen zum Beispiel beim Mobilitätskonzept eingebunden werden, aber auch bei anderen Themen, die ihre Generation betreffen.

Der Kreis will nun ein Konzept erarbeiten, wie die Jugendlichen stärker einbezogen werden können. Denkbar wäre auch, dass die Bezirksschülervertretung einen Sitz im Jugendhilfeausschuss habe könnte. „Das Durchschnittsalter würde jedenfalls erheblich gesenkt“, sagt der Landrat lachend. Der Jugendhilfeausschuss würde sich über die Beteiligung freuen. Auch in anderen Fachfragen wollen Politik und Verwaltung künftig häufiger auf die Jugendlichen zugehen.

Die Bezirksschülervertretung versteht sich als Vertretung aller Schüler im Kreis Düren. Um den demokratisch gewählten Vertretern der Schüler aller Schulen ein Mittel zu geben, ihre Anliegen gemeinsam zum Ausdruck zu bringen, führe die BSV die Bezirksdelegierten zusammen. Bisher ist allerdings nur die Hälfte der weiterführenden Schulen im Kreis in der BSV aktiv, im Vorstand seien jedoch alle Schulformen vertreten. Bis Mitte nächsten Schuljahres hofft die BSV fast alle Schulen mit im Boot zu haben.

„Denn als Zusammenschluss hat die Schülerschaft ein größeres Gewicht und somit finden die Entscheide und Gesuche bei den Adressaten aus Wirtschaft und Lokal/Schulpolitik einen höheren Anklang“, sagen die Verantwortlichen, die sich über eine Einbindung in die Kreispolitik freuen würden.

(smb)
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