Pokal-Halbfinale: Powervolleys gegen Rekordmeister Friedrichshafen

Vor dem Pokal-Halbfinale : Zuspieler Tomáš Kocian glaubt an einen Sieg der Powervolleys

Es geht um viel, um sehr viel sogar: Die SWD Powervolleys spielen am Donnerstag Abend das Halbfinale um den Deutschen Volleyball-Pokal – in Friedrichshafen. Erst einmal ist es den Dürenern gelungen, in der schwierigen Halle am Bodensee zu gewinnen.

Das war am 26. Oktober 2014 bei einem Bundesliga-Spiel und soll sich jetzt natürlich ändern. Tomáš Kocian hat damals für Düren gespielt, nach der Saison 2014/15 ist er für drei Jahre zum VfB Friedrichshafen gewechselt.

Seit dem Sommer ist der Zuspieler wieder bei den Powervolleys – und hat für seine Mannschaft natürlich einige Tipps für die zweite Partie binnen einer Woche gegen den Rekordmeister im Gepäck. Die möchte er aber nur ungern verraten. „Das indirekte Licht in der Halle ist schon gewöhnungsbedürftig“, sagt Kocian. „Aber es ist ganz sicher nicht spielentscheidend.“

Kocian glaubt, dass es von Vorteil ist, dass Düren am vergangenen Donnerstag in der Bundesliga gegen Friedrichshafen gespielt hat. „Wir haben zwar 1:3 verloren, aber ich denke, dass aus diesem Spiel sehr viel mitnehmen können, was wir im Pokal besser machen.“

Umgekehrt habe aber vermutlich auch Friedrichshafen die in oder andere Erkenntnis gewonnen. VfB-Trainer Vital Heynen, ergäänzt der 30-Jährige, würde seine Mannschaft sehr akribisch und individuell auf den jeweiligen Gegner vorbereiten. Kocian: „Es wird zum Beispiel genau besprochen, wer gegen wen wie blockt. Man kann bei Friedrichshafen kaum eine generelle Marschrichtung ausmachen.“

Darüber hinaus habe die Mannschaft einen großen Kader mit zwölf sehr guten Spielern. „Da gibt es kaum Leistungsabfall. Das macht es natürlich schwer, dieses Team zu schlagen.“ Genau wie Düren sei der VfB zudem eine äußerst heimstarke Mannschaft – wobei die Powervolleys zumindest in dieser Saison die bessere Bilanz aufweisen können: Düren ist bisher zu Hause ungeschlagen, Friedrichshafen hat gegen Berlin 2:3 verloren. Kocian: „Gegen so ein Topteam entscheiden ein, zwei Bälle. Wir müssen mutig sein, ein bisschen mehr riskieren. Dann können wir gewinnen.“

Und eins ist auch klar: „Der Druck liegt ganz eindeutig bei Friedrichshafen. Wir können absolut befreit aufspielen. Wenn der VfB nicht ins Pokalfinale kommt, ist das für den Klub eine absolute Katastrophe.“ Für Kocian fühlt sich das Spiel gegen die „Häfler“ fast so an wie ein Heimspiel. „Ein bisschen komisch war das am vergangenen Donnerstag schon. Ich war drei Jahre in Friedrichshafen. Das ist eine lange Zeit, und ich habe mich dort wohlgefühlt.“

Zudem seit die Mannschaft aus der vergangenen Saison noch komplett – bis auf den Zuspieler eben. „Ich habe also den Jungs gegenüber gestanden, mit denen ich drei Jahre in einer Mannschaft war. Es ist gut, dass ich das jetzt schon einmal erlebt habe. Und eins ist sowieso klar: Freunde gibt es erst wieder nach dem Spiel.“

Kocian ist überzeugt, dass die Powervolleys die richtige Einstellung für die Partie in Friedrichshafen haben. „Früher sind wir schon manchmal mit dem Gedanken an den Bodensee gefahren, das Spiel aller Wahrscheinlichkeit nach zu verlieren. Das ist aber absolut nicht mehr so.“ Sicher gäbe es Respekt vor dem Rekordmeister. „Den gibt es aber vor Berlin auch. Und die haben wir in dieser Saison schon zu Hause geschlagen.“ Darüber hinaus habe die Mannschaft sehr viel Erfahrung. „Und für unsere ausländischen Spieler ist der VfB sowieso kein Angstgegner, weil sie ihn nicht wirklich kennen.“

Tomáš Kocian freut sich auf die Partie am Bodensee, auch wenn die lange Fahrt im Bus und die Tatsache, dass das wichtige Pokalspiel das vierte innerhalb einer Woche ist, schon belastend sind. „Es war sehr anstrengend“, sagt der Familienvater. „Aber heute Abend kennen wir keinen Schmerz. Wir sind so heiß auf dieses Spiel, dass uns nichts mehr weh tun wird.“ Kocian ist überzeugt, dass sich die Volleyballfans auf eine äußerst spannende Begegnung gefasst machen können. „Wir wollen uns mit diesem Spiel belohnen, weil wir bisher wirklich eine gute Saison gespielt haben.“

Beide Pokal-Halbfinals werden in einer TV-Konferenz live auf Sport 1übertragen. Der Dürener Fanclub „Moskitos“ lädt ab 17.45 Uhr zum Public Viewing ins Vereinsheim von Rot-Weiß Düren an der Kuhbrücke ein.

Mehr von Aachener Nachrichten