Düren: Plakatkampagne: Ein freies Leben ohne Gewalt

Düren: Plakatkampagne: Ein freies Leben ohne Gewalt

Die Plakate, die im Foyer des Bürgerbüros in Düren derzeit zu sehen sind, bringen das Thema Gewalt gegen Frauen, vor allem auch gegen ältere Frauen, auf den Punkt. Unter dem Titel „Frei sein von Gewalt“ schufen Studierende der Fachhochschule Aachen des Fachbereichs Gestaltung unter der Leitung von Prof. Ilka Helmig eine Plakatkampagne, wie Christina van Essen, die kommissarische Leiterin des Dürener Frauenbüros, während der Vernissage berichtete.

Zu diesen professionell gestalteten Fotos gesellen sich Bilder, die von Bewohnerinnen des Dürener Frauenhauses gemalt wurden. Über mehrere Wochen hinweg wurden acht Frauen begleitet, die häusliche Gewalt erfahren haben. Sie setzten sich kreativ mit der Frage auseinander: „Was bedeutet für mich ein freies Leben ohne Gewalt.“

Die unterschiedlichen Aufarbeitungen — auf der einen Seite die professionelle und auf der anderen Seite die sehr persönliche Sichtweise — machen einen ganz besonderen Reiz der Schau aus.

Die Ausstellung, die am Eröffnungstag von einem Fachvortrag begleitet wurde, initiierten die Mitglieder des „Runden Tisches gegen Gewalt an Frauen des Kreises Düren“. Referentin Martina Böhmer, Altenpflegerin für Geriatrische Rehabilitation, zeigte in ihrem Fachvortrag Beispiele auf.

Europaweit erlebt jede dritte Frau häusliche Gewalt. Erfahren ältere Frauen Gewalt, dann werden ihre Schilderungen möglicherweise als Demenzerscheinung oder Verwirrung eingestuft. Mit ähnlichen Problemen kämpfen auch Frauen mit Behinderungen oder anderen Beeinträchtigungen.

Der Weg zu einer Hilfestelle fällt den Betroffene nicht immer leicht. Die Scham der Opfer, die Lügen der Täter sowie die Ignoranz der Mitmenschen können Hemmnisse sein. Christina van Essen betont an dieser Stelle: „Wichtig ist, dass die Opfer wissen, dass ihnen Anonymität in den Beratungsstellen und bei der Polizei zugesichert wird.“ Die Ausstellung „Frei sein von Gewalt“, an denen auch Maria Brenner von „Frauen helfen Frauen Jülich“, Sonja Waltl von „Frauen helfen Frauen Düren“ und die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises, Doris Peitz, mitwirkten, ist bis Samstag, 6. Dezember, im Bürgerbüro in Düren, Markt 2, zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 7.30 bis 13 Uhr, Donnerstag von 7.30 bis 18 Uhr und am Samstag von 9 bis 13 Uhr.

(gkli)