Niederzier: Peter Frohn will Bürgermeister in Niederzier werden

Niederzier: Peter Frohn will Bürgermeister in Niederzier werden

Seit Peter Frohn Bürgermeisterkandidat der Niederzierer CDU ist, geht er mit anderen Augen durch die Gemeinde. Er wird hier angesprochen und da. „Können Sie nicht mal danach schauen?“ Das hat er seit April öfter gehört. Zum Beispiel die Grünanlagen.

„Da müsste sich etwas tun“, sagt Frohn. „Die müssten besser gepflegt sein.“ Nun weiß er, dass der Bauhof personell nicht so bestückt ist, als dass er jeden Tag zwei Mal jedes Beet in der Gemeinde harken könnte. Deshalb würde Peter Frohn „da auch ein, zwei Leute einstellen“. Selbst auf die Gefahr hin, dass er gesteinigt würde, sagt er. Denn dass es der Gemeinde Niederzier finanziell nicht mehr so gut geht wie noch vor Jahren, als Energieriese RWE ordentlich Gewerbesteuer in der Tagebaukommune zahlte, weiß er auch.

Der Diplom-Volkswirt, der in seiner Fraktion auch als der Mann der Zahlen begrüßt wird, sagt aber auch: „Wenn man etwas schaffen will, muss man erst einmal Geld in die Hand nehmen.“ Aus Erfahrung spreche er da, sagt Frohn, der seit Ende der 1980er Jahre in seinem Heimatort Ellen ein Unternehmen für Konditoreierzeugnisse leitet. „Ich muss erst einmal einen Euro ausgeben, bevor ich einen verdienen kann.“

Über Geld ist in der Gemeinde zuletzt viel geredet worden. Im Zusammenhang mit dem Lehrschwimmbecken in Hambach etwa. Die CDU hätte es am liebsten erhalten, und glaubt auch jetzt, nachdem der Rat die Schließung des Bades beschlossen hat, noch an eine Chance, das Becken zu retten. „Für mich ist das Thema nicht vom Tisch. Wenn ich Bürgermeister werde, kommt das Bad wieder auf die Agenda.“

Bürgermeister will Peter Frohn werden. Während er bei seiner Nominierung durch die CDU vor einem halben Jahr noch davon sprach, ein „respektables Ergebnis“ gegen Amtsinhaber Hermann Heuser (SPD) erzielen zu wollen, sagt er jetzt: „Mein Ziel ist es, die Wahl zu gewinnen.“

Natürlich hat er Vorstellungen, wie das aus seiner Sicht gelingen könnte. „Arbeitsplätze schaffen“, sagt er auf die Frage, auf welchem Politikfeld er eine der ganz großen Herausforderungen für die Zukunft sieht. Er denkt daran, wegen der Nähe zum Forschungszentrum Jülich ein Gründerzentrum für innovative junge Unternehmen zu bauen. Niederzier sei mit seiner Nachbarschaft zur Autobahn und Rurtalbahn dafür geeignet.

Dazu müssten Partner wie RWE oder die Indeland GmbH ins Boot geholt werden. Der Energiekonzern müsse sich vor Ort engagieren, schließlich spare er Millionen, weil der Tagebau Inden nicht mit Erde, sondern kostengünstiger mit Wasser gefüllt wird, wenn die letzte Kohle gefördert ist.

Zusätzlicher Wohnraum

Außerdem will Frohn das gemeinsam mit der Stadt Düren betriebene Gewerbegebiet Rurbenden/Talbenden weiter entwickeln. „Wir müssen vorbereitet sein, wenn sich Unternehmen ansiedeln wollen.“ Der CDU-Mann will sich dafür einsetzen, dass in der Gemeinde zusätzlicher „attraktiver Wohnraum“ geschaffen wird. Wie beim Gründerzentrum kann die Politik auch da nur die Rahmenbedingungen, etwa über Baurecht, entwickeln. Oder über Gespräche mit potenziellen Investoren die Voraussetzungen für Neubauten schaffen.

Die Indeland GmbH, die sich um die Entwicklung des Tagebaulandes kümmern soll, würde Frohn auch ins Boot holen wollen, wenn es um Treffpunkte für Jugendliche in den Ortsteilen Niederziers geht. „Da haben wir Nachholbedarf“, sagt Frohn, der auch den Ausbau öffentlicher W-lan Netze auf dem Zettel hat. Er denkt dabei an Gaststätten oder den Bereich Neue Mitte, wo eine kostenlose Verbindung zum Internet mit mobilen Endgeräten geschaffen werden könnte. Wo es geht, sollten Jugendliche in Planungen und Arbeiten eingebunden werden. „So, nur so kann man sie ernst- und mitnehmen.“

Er lege den „Finger gerne in die Wunde“, sagt Bürgermeisterkandidat Frohn. Dass er seit seiner Nominierung mit anderen Augen durch die Gemeinde geht, würde ihm helfen. Derzeit sei Politik sein Hobby, meint er.

Sein Ziel ist es, Politik beruflich zu betreiben. Für sein Unternehmen sei gesorgt, sagt er, ohne näher darauf einzugehen, wie sein Konditoreibetrieb geführt würde, wenn er zum Bürgermeister gewählt würde. Zuhören, anpacken, gestalten — das steht auf seinem Wahlkampf-Flyer.

Ob er das künftig im Niederzierer Rathaus machen kann, entscheiden am 10. November die Wähler.