Düren: Peter Borsdorff sammelt für den dreijährigen Ole 20.000 Euro

Düren : Peter Borsdorff sammelt für den dreijährigen Ole 20.000 Euro

Der dreijährige Ole Siffert ist ein fröhlicher Junge. Mit seiner Oma steht er am Spielfeld in der Arena Kreis Düren. Es läuft laute Musik, die Menschen klatschen. In wenigen Augenblicken müssen die Dürener Powervolleys in der Bundesliga gegen Tabellenführer Friedrichshafen ran, die Stimmung ist jetzt schon aufgeheizt.

Ole klatscht mit und lacht. Man merkt dem kleinen Jungen kaum an, wie viel er in seinem kurzen Leben schon mitgemacht hat. Ole hat eine globale Entwicklungsstörung mit verschiedenen Symptomen. Er leidet unter einer Störung der Bewegungskoordination, hinzu kommt, dass die Muskeln des Jungen so schwach sind, dass er beispielsweise nur mit speziellen Fußschienen laufen kann. Allein im vergangenen Jahr musste Ole dreimal operiert werden, fast jeden Monat hatte er mehrere Tage hohes Fieber über 41 Grad.

Ein Therapiehund soll dem Kind helfen, seine Angst vor Ärzten und Therapeuten zu überwinden, ihn beruhigen. Aber so ein Hund ist teuer, weil er lange und gründlich ausgebildet werden muss. 28 000 Euro kostet das Tier, das Oles Bedürfnissen gewachsen ist. 20.000 Euro hat Peter Borsdorff, vielen besser bekannt als „Engel auf Laufschuhen“ für die Familie gesammelt. Den Rest hat die Familie selbst finanziert. Vor dem Volleyballspiel, das Düren erwartungsgemäß mit 1:3-Sätzen (25:23, 18:25, 19:25, 17:25) verloren hat, überreichte Borsdorff Ole und seinen Eltern, Julia Siffert und Carsten Meyer, die große Spende.

„Der Kontakt zu Ole und seiner Familie“, erzählte Borsdorff am Samstag, „ist durch den Volleyball zustande gekommen. Deswegen war es mir wichtig, Ole und seiner Familie auch bei einem Bundesligaspiel die Spende zu überreichen.“ Oles Vater Carsten Meyer kennt Dieter und Ulla Döppengießer gut, die sich seit Jahren für den Volleyball engagieren. Dieter Döppengießer war lange Jahre Hallensprecher, seine Frau sitzt vor den Heimspielen an der Kasse der Arena. Sie haben Oles Eltern von Peter Borsdorff und seiner Aktion erzählt.

Was die Ursache für Oles Behinderung ist, wissen seine Eltern nicht. Warum seine Muskeln kaum Kraft haben und er seine Bewegungen nicht koordinieren kann, können auch die Ärzte nicht erklären. „Andere Kinder konnten mit neun Monaten krabbeln, Ole nicht“, erzählt seine Mutter. „Er hat erst mit drei Jahren angefangen zu laufen. Er war einfach nicht so entwickelt wie andere Kinder in seinem Alter.“ Ole, ergänzt die Mutter, habe zudem eine Hinlauf-Tendenz. „Gullydeckel, Fahrradwege und alle Autos, die ein Blinklicht oder eine Sirene anhaben, ziehen ihn magisch an. Er rennt los, wenn er diese Dinge sieht, und reagiert auch nicht auf unsere Rufe.“

Unzählige Therapien

Ole muss unzählige Therapien über sich ergehen lassen, bei der Reit-Therapie haben seine Eltern bemerkt, dass er sehr positiv auf Tiere reagiert. So ist die Idee entstanden, dass ein Therapiehund dem kleinen Jungen helfen könnte. „Ole hat mittlerweile eine Aversion gegen Ärzte und Therapeuten entwickelt“, sagt Carsten Meyer. „Ein ausgebildeter Hund, der mit zu den Therapien darf, kann Ole beruhigen, ihn erden.“ Außerdem wird das Tier so geschult, dass es mittels einer speziellen Leine dafür sorgen kann, dass Ole nicht einfach zu einem Gullydeckel oder einem Auto mit Sirene läuft.

„Indie“, ein dunkler Labrador, soll Ole demnächst helfen. Hund und Junge haben sich bereits kennengelernt, derzeit wird das Tier von Experten in Rostock ausgebildet. „Unsere ganze Familie“, sagt Carsten Meyer, „hat in den vergangenen Jahren sehr viel durchgemacht. Und es ist frustrierend, nicht zu wissen, was die Ursache für Oles Behinderung ist. Wir hoffen sehr, dass Indie ihm, aber auch uns als Familie wirklich helfen kann.“

Vermutlich kann Indie im Sommer zu Familie Meyer-Siffert kommen. „Wir erzählen Ole häufig von Indie“, sagt Julia Siffert. „Und er hat auch schon einen schwarzen Stoff-Hund, aber wir wissen nicht, ob er versteht, dass er selbst bald einen richtigen Hund bekommt. Ich bin aber davon überzeugt, dass Indie eine große Bereicherung für unser Leben wird. Wir möchten uns bei allen bedanken, die uns unterstützt haben.“

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