Oberzier: Paul Panzer mit Blümchenshort im Dürener Tor

Oberzier: Paul Panzer mit Blümchenshort im Dürener Tor

Er hat durchgehalten. Die kompletten 45 Minuten. Und am Ende gerade einmal schlappe acht Gegentore kassiert. "Ich bin raus", seufzt der aus Nörvenich stammende Comedian Paul Panzer erleichtert.

Dann zieht er seine nagelneuen Torwarthandschuhe aus und genießt die zweite Halbzeit des Spiels zwischen der Traditionsmannschaft des 1. FC Köln gegen die Alten Herren einer Dürener Kreisauswahl von der Bank. Wetteinsatz eingelöst, Mission erfüllt. Im Rahmen einer "DN"-Aktion hatte Paul Panzer vor dem Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien versprochen, bei einem deutschen Weltmeistertitel eine Halbzeit ins Tor einer Kreis- Dürener Mannschaft zu gehen.

Für Köln standen bei der Partie, die im Rahmen der Sportwoche des BC Oberzier ausgetragen wurde, Stars wie Hannes Löhr, Dirk Lottner, Matthias Scherz und Holger Gaismayer auf dem Platz. Mannschaftskameraden von Paul Panzer waren unter anderem Bernd Eller, Achim Wilkens, Jörg Seitz und Achim Greiff. "Ich hatte größte Bedenken", so Kreisauswahl-Coach Dirk Krischer in der Halbzeitpause. "Vor dem Spiel konnte Paul Panzer sich kaum die Schienbeinschoner alleine anziehen.

Aber das war Show. In der Partie hatte er ein paar Manuel-Neuer-Paraden. Respekt." Und das alles ohne Brille. Sein modisches Horngestell hatte der Comedian aus Angst vor den harten Schüssen der Kölner Ex-Profis vor dem Spiel extra ausgezogen. Das übrige Outfit war stilecht: Torwart-Trikot, Handschuhe und Schuhe waren nagelneu. Aus dem obligatorischen Panzer-Blümchen-Hemd, hatte der 42-Jährige sich kurzerhand eine Hose nähen lassen. Orange Kniestrümpfe, fertig.

Thomas Klein, Geschäftsführer des BC Oberzier: "Es ist Wahnsinn, wie nett und natürlich Paul Panzer ist. Einfach toll. Der war eine Stunde vor dem Spiel hier, hat bei der Mannschaftsbesprechung teilgenommen und auch nach der zweiten Halbzeit noch jede Menge Autogramme gegeben." Und das trotz einer ziemlich deutlichen 14:3-Niederlage der Dürener Kreisauswahl.

Obwohl - an Paul Panzer hat es nicht (allein) gelegen, der Mann hat wirklich alles gegeben und sich zwischendurch todesmutig von einer Torecke in die andere katapultiert. Und mit Paul Panzer im Tor hat die Kreisauswahl sogar einmal mit 3:2 geführt. "Mir tun alle Knochen weh", so der Comedian nach der Partie und zeigte gleich sein aufgeschürftes, blutendes Knie. "Ich muss jetzt in die Eisbox. Das war zu viel." Seinen letzten Einsatz als Torwart hatte der 42-Jährige übrigens bei der B-Jugend in Nörvenich.

"Das ist um die 25 Jahre her. Mindestens. Und warum ich damals mit dem Fußball aufgehört habe, hat man ja eindrucksvoll gesehen. Im September muss ich noch einmal in ein Tor. Dann in ein Handballtor. Hoffentlich werde ich jetzt nicht zum Bundes- Ersatztorhüter Nummer eins..." Die rund 500 Zuschauer, die die Partie in Oberzier verfolgt haben, hätten sicher nichts dagegen. " Paul war doch gut", so Balljunge Marcel, an dessen Hand Paul Panzer auf den Kunstrasen gelaufen ist. "Vor allem die Paraden, wo er die Bälle so weg geboxt hat.

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