Düren: Paul Panzer in Düren: Unverblümt im Blümchenhemd

Düren: Paul Panzer in Düren: Unverblümt im Blümchenhemd

Was für ein Blödsinn, diese überdimensionierten Warnhinweise auf Zigarettenschachteln. Weiß doch jeder, dass die gesundheitsschädlich sind. Man schreibt ja auch nicht auf jede Schrotflinte „Achtung, diese Waffe kann starke Kopfschmerzen auslösen” oder bringt Schilder wie „Bungeespringen in der Schwangerschaft kann die Entwicklung ihres Kindes beeinträchtigen” an.

Über so etwas kann sich Paul Panzer maßlos aufregen - aber nicht nur über das.

Was Paul Panzer so richtig auf die Palme bringt, sind „Botzibuilder” mit Kiemenatmung, die als Kinder zu lange Schwimmflügel getragen haben und Outdoor-Trips, bei denen sich der Mann darüber freut, dass seine neue Hightech-Jacke tatsächlich wasserdicht ist, während seine Frau von einem Rudel Wölfe angefallen wird.

Oder die lästigen „Schatzsucher” an der Nordsee, die piepender Weise alte Patronenhülsen aufspüren - denen empfiehlt Panzer gern, doch einfach mal nach Tretminen zu suchen. „Dann brauchste deinen blöden Metalldetektor nicht.”

„Endlich Freizeit - Was für´n Stress!” heißt das neue Programm des Comedians, der 2006 den Deutschen Comedypreis als bester Newcomer gewann.

In der gut gefüllten Arena Kreis Düren hatte Panzer, alias Dieter Tappert aus Nörvenich, am Wochenende ein Heimspiel. Panzers charakteristischer Sprachfehler, sein obligatorisches Blümchenhemd (passend zu den Vorhängen des Pappmach-Wohnwagens auf der Bühne) und die unverblümt naiv-offene Art Panzers - das lieben seine Fans.

Im „Fitnetzstudio”, beim Spazierengehen mit dem neuen „Doberweiler-Mischlingshund Mäuschen” auf der Reeperbahn und in der verqualmten „Raucher-Lounge” des Flughafens: Für Paul Panzer ist Feizeit eine einzige Belastungsprobe. Das fängt beim ganz alltäglichen häuslichen Wahnsinn an. Beispiel Essen: Schlimm genug, dass seine Frau nicht kochen kann, aber „seit einem Jahr ist Hilde voll auf Bio” und seitdem muss er erst so richtig leiden. Es gibt nur noch „die runden Platten aus dem Baustoffladen” (Reiswaffeln), Kräuterbratlinge („die hießen früher Meisenknödel”), Tomaten, die aussehen, als wären sie auf der Rallye Paris-Dakar mitgefahren und andere leckere „Lebensmittel in Tarnfarbe”.

An den beiden Aufführungsabenden in der Arena (Freitag und Samstag) dürfte Paul Panzer keinen großen Stress gehabt haben - schließlich war er zum Arbeiten und nicht zur Freizeitgestaltung nach Düren gekommen. Außerdem hatte er das „beste Publikum, das es gibt” zu Gast.

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