Düren: Passionskonzert der „Cappella Villa Duria“ begeistert

Düren : Passionskonzert der „Cappella Villa Duria“ begeistert

„Dieses Stück ist eine Botschaft für den Frieden. Man sollte keinen Hass und keine Vorurteile haben“, leitete Dr. Gisela Hagenau das „Stabat Mater“ von Karl Jenkins ein. Das Konzertforum „Cappella Villa Duria“ bot am Sonntagabend die beiden Werke „Requiem in C“ von Charles Gounod und „Stabat Mater“ von Karl Jenkins in der Marienkirche dar.

Im Zuge des Passionskonzerts hatten sich die Mitglieder für diese beiden Stücke entschieden, um ein Zeichen zu setzen. Beide Werke behandeln den Tod von geliebten Kindern. Charles Gounod schrieb sein Requiem ein halbes Jahr vor seinem eigenen Tod für seinen verstorbenen vierjährigen Enkel.

Fröhliche Grundstimmung

Ungewöhnlich ist die durchaus fröhliche und fast schon romantische Grundstimmung der gewählten Tonart C-Dur. In Karl Jenkins‘ Werk geht es um die weinende Jungfrau Maria, die ihren geliebten Sohn Jesus, der am Kreuz gestorben ist, verlor. „Sie steht stellvertretend für alle weinenden Mütter, die ihre Kinder durch Krieg, Hunger, Amokläufe, Naturkatastrophen oder Krankheit verloren haben“, erklärte Gisela Hagenau. Die Mitglieder der „Cappella Villa Duria“ möchten auf diese Weise noch einmal auf die Wichtigkeit des Friedens auf der Welt hinweisen, damit keine Kinder mehr von ihren Müttern betrauert werden müssen.

Karl Jenkins fügte den ursprünglichen sechs lateinischen Sätzen des „Stabat Maters“ noch sechs weitere Texte unterschiedlicher Sprachen hinzu. Er verwendete neben Latein noch Griechisch, Aramäisch, Hebräisch und Englisch. „Jenkins hat verschiedene Kulturen in sein Werk einfließen lassen“, beschrieb Johannes Esser, Leiter des Oratorienchors und Sinfonieorchesters das Stück. Diese Vielschichtigkeit der Kulturen findet sich auch auf der musikalischen Seite wieder. So lässt Jenkins die interessanten und für die hiesigen Hörgewohnheiten ungewöhnlichen, fernöstlichen Klänge der Mey und der Duduk — zweier Blasinstrumente — sowie der Darbuka — einer Trommel — einfließen.

Großes Talent

Sein Werk erinnert stark an Filmmusik und ist entgegen der geläufigen Meinung, Stücke der Passionskonzerte seien langweilig oder gar traurig, erhaben und wunderbar zu hören. Hier wird kein Zuhörer in tiefe Trauer gestürzt, sondern bekommt eine fantastische Darbietung von musikalischem und gesanglichem Talent. Dies hätte durchaus mehr Menschen dazu ermutigen können, Passionskonzerte zu besuchen, denn die Besucherzahl hätte an diesem Abend wahrlich höher sein können. Einige Plätze in der Marienkirche waren noch frei.

Um den musikalischen Genuss der erschienenen Zuhörer kümmerten sich an diesem Abend das Orchester, der 70 Personen starke Chor und die Solisten Christine Heßeler (Sopran), Ulrike Tatsch (Alt), Ina Hagenau (Kontra-Alt), Walter Drees (Tenor) und Jochen Abels (Bass). Etwas ganz besonderes waren an diesem Abend die fünf Schlagzeuge, die benötigt wurden, um die unterschiedlichen Klangfarben in Jenkins‘ Werk zu erzeugen. Die Dürener Jazz- und Popsängerin Ina Hagenau sang in Jenkins‘ Werk die Solos. „Ich war die Einzige, die Jenkins kannte, und mochte die Musik von vorneherein. Sie ist schön und spannend und eine große Herausforderung“, erzählte sie. „Bei der ersten Probe mit dem Chor war ich noch nervös, doch die Proben geben Sicherheit“, ergänzte Hagenau.

Esser ging es bei der Auswahl der Werke um die Gegenüberstellung der zwei Stücke und ihrer Klänge. Große Fans von Essers Arbeit sind Helga Buschke und Edelgard Fischer. „So oft es möglich ist besuchen wir Konzerte mit ihm“, sagte Edelgard Fischer. „Außerdem hören wir gerne Gounod“, ergänzte Helga Buschke. Die tolle Atmosphäre und die gelungene Darbietung geben beiden absolut recht.

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