Pascal Metzger aus Vlatten erreicht Finale des Schooljam

Schooljam-Finale : Pascal Metzger aus Vlatten auf den Spuren von Ed Sheeran

Ein bisschen erinnert er mit seinen rot-blonden Haaren an Ed Sheeran. Pascal Metzger erzählt musikalisch Geschichten. Auf der Bühne steht nur er alleine mit seiner Gitarre. Allerdings singt der 18-jährige Abiturient bewusst deutsche Texte.

Dass dies erfolgreich sein kann, erlebte der junge Mann aus dem kleinen beschaulichen Eifelort Vlatten beim größten Schülerband-Wettbewerb Deutschlands, beim Schooljam: Pascal Metzger schaffte es ins Finale, das bei der Musikmesse in Frankfurt stattfand.

Zu Platz eins reichte es nicht, die „Highheel Sneakers“ aus Schwerin heimsten den Sieg ein. Gewonnen hat der Schüler der Bischöflichen Clara-Fey-Schule in Schleiden dennoch: „Es war ein tolles Gefühl, vor so vielen Menschen zu spielen“, berichtet er. 7000 waren es in Frankfurt. Auch die Jury war von dem jungen Singer und Songwriter angetan. Dort saßen Profimusiker der „Guano Apes“, der Nena-Band sowie mehrere Musikfachleute. Welchen Platz er unter den acht Finalteilnehmern belegt hat, weiß er nicht. Allerdings hat er einige Tipps erhalten: „Ja, an meiner Bühnenshow muss ich wohl noch ein bisschen arbeiten.“ Und man hat ihm geraten, unbedingt weiterzumachen.

Ob die Musik einmal zu seinem Beruf wird, ist offen. Im Moment strebt er ein Medizinstudium in Heidelberg an. Die Rock-Pop-Akademie in Mannheim ist nur wenige Kilometer entfernt. Die Gitarre wird aber immer noch sein Leben mitbestimmen. Mit fünf Jahren erhielt er seine erste, mit zwölf Jahren teilte ihm der Gitarrenlehrer an der Musikschule Düren mit, dass er zu E-Gitarre wechseln müsse. „Ich kann dir nichts mehr beibringen“, soll der Lehrer gesagt haben. Bei jeder Gelegenheit habe er die Gitarre in die Hand genommen, schildert seine Mutter Sabine: „Ich musste ihn nie daran erinnern zu üben.“

Unumwunden gibt er zu, was er nicht kann: andere kopieren. „Meine Stimme ist nicht so gut, dass ich covern könnte“, sagt er. Also singt er eigene Stücke, die ihm meistens spät am Tag in den Sinn kommen. Oft bleibe er nachts lange auf und schreibe seine Idee nieder. Das Songbuch hat er immer in der Nähe. Überzeugt ihn noch am nächsten Morgen die Idee, arbeitet er an Akkorden und Melodie. Zahlreiche Versionen spielt er in sein Handy ein, bis ihn eine überzeugt. Dann bekommt seine Mutter eine Hörprobe. Aber nur vom Ende des Liedes, denn „das ist besonders wichtig“.

Der gläubige 18-Jährige verarbeitet persönliche Begebenheiten in seinen Texten. In Frankfurt präsentierte er zwei Stücke. „Eva“ handelt natürlich von einer jungen Frau, die ihm viel bedeutet. „Dann ist da ein Lied“ beschreibt seinen Weg, Gefühle zu verarbeiten, nämlich musikalisch. „Kommt er nach Hause und verschwindet auf sein Zimmer, um Gitarre zu spielen, dann kommt er anschließend immer ganz entspannt wieder runter“, sagt sein Mutter. Seine Kombination von Stimme und Gitarre verschafft auch den Zuhörern „Gänsehautmomente“, so wie es Metzger im gleichnamigen Lied berichtet. Dies führte dazu, dass er es bis ins Finale von Schooljam nach Frankfurt schaffte.

In der Schule beteiligt er sich auch in der Schulband. Dort jedoch nicht nur an sechs Saiten, sondern er springt auch einmal für andere ein – am Klavier, am Bass, am Schlagzeug. Gelernt hat er diese Instrumente nicht. „Talent“, nennt das Sabine Metzger. Sie möchte zwar – wie alle Eltern für ihre Kinder –, dass der Sohn erstmal „etwas Anständiges“ macht. Bremsen will sie Pascals Leidenschaft jedoch nicht.

Was noch zum großen Karrieresprung fehlt: „Mehr Auftritte“, sagt der 18-Jährige. Bei Instagram (pascalsmusik) oder per Email (pascal@themetzgers.de) kann man sich an ihn wenden. Vielleicht wird er dann Ed Sheeran noch ähnlicher. Bei der Klassenfahrt wurde er in Florenz bereits mit dem Star verwechselt und durfte Autogramme schreiben. „Daraus haben wir uns einen Spaß gemacht!“

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