Partei Bündnis90/Grünen lädt zu Diskussion ein

Thema Organspende : Organspender werden oder nicht?

Die Partei Bündnis90/Die Grünen hatte zur Diskussion in Dürens Posthotel geladen und zwar zum Thema Organspende: „Zustimmungsregelung oder Widerspruchslösung – Organspender werden oder nicht?“

Schon bei den Anfangs-Statements der Podiums-Teilnehmer wurde klar, dass es bei dem sensiblen Thema für viele Menschen schwierig ist, eine Entscheidung zu treffen. Unter der Moderation von Sybille Hausmann argumentierten die Bundestagsabgeordnete Katja Dörner, der Chefarzt im Krankenhaus Düren Dr. Serhat Aymaz, die Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde zu Susanne Rössler, und Stefan Palmowski vom Netzwerk Organspende NRW.

Einigkeit herrschte bei der Tatsache, dass die Spendenbereitschaft in Deutschland zu niedrig ist, weil nur 36 Prozent der erwachsenen Bevölkerung einen Organspenderausweis besitzen. Was umso verwunderlicher ist, als 84 Prozent der Deutschen bereit wären, Organe zu spenden.

Dem will der Bundestag mit einer gesetzlichen Regelung abhelfen. Allerdings stehen zwei Entwürfe im Raum, für die es auch bei der Diskussion Pro und Contra gab. Auf der einen Seite hieße das, alle Menschen sind automatisch Organspender, es sei denn, sie haben zu Lebzeiten ausdrücklich Widerspruch eingelegt. Bei der zweiten, der Entscheidungslösung, würde jeder Bürger ab 16 Jahre bei der Ausstellung des Personalausweises zu seiner Haltung gegenüber der Organspende gefragt.

In der Diskussion ging es zunächst um die ethische Vertretbarkeit der beiden Varianten. Da der Zeitpunkt einer Organentnahme immer über den Hirntod eines Sterbenden definiert wird. Das ließ vor allem Susanne Rössler gegen eine Spende votieren, weil sie betonte, dass diese Definition des Todes durchaus umstritten sei. Für Dr. Aymaz spielte auch die Rechtssicherheit für den Arzt eine wichtige Rolle. Zudem betonte er, dass bei der herrschenden Ärzteknappheit in den Krankenhäusern kein Arzt Zeit habe, mit Patienten intensiv über das Thema zu sprechen.

Auch bei der anschließenden Diskussion blieb es bei der Diskrepanz zwischen grundsätzlicher Zustimmung und konkreter Entscheidung für eine Spende. Letztlich wurde klar, dass auch und gerade für junge Menschen eine gründliche Information im Vorfeld einer Entscheidung ebenso wichtig ist wie eine einfühlsame und kompetente Beratung in den Krankenhäusern.

(kel)
Mehr von Aachener Nachrichten