Papiermuseum Düren: Mehr als 9000 Besucher in sechs Monaten

In sechs Monaten : Schon mehr als 9000 Besucher im neuen Papiermuseum

In den ersten sieben Monaten nach der Eröffnung des Papiermuseums haben 9312 Menschen das neue Haus besucht. Allein 4117 Gäste sind in der Eröffnungswoche und der Langen Nacht der Museen bei freiem Eintritt in die moderne Ausstellung gekommen.

In den letzten vier Monaten des vergangenen Jahres wurden 2865 zahlende Gäste im Papiermuseum gezählt, 798 dieser Besucher haben an Führungen und Workshops teilgenommen.

Und auch mit dem weiteren Zuspruch in diesem Jahr ist Museumsdirektorin Anja Dorn zufrieden: Von Januar bis Ende März hatte das Papiermuseum laut Dorn 2148 Besucher, davon 1515  Einzelbesucher (inklusive 165 freier Eintritte) und 49 Führungen und Workshops mit weiteren 624 Teilnehmern sowie neun Besucher bei einem Museumsdialog.

„Die Vermittlungsangebote wie Workshops und Führungen werden sehr gut angenommen“, freut sich Dorn. Bei den Führungen für Erwachsene handele es sich oft um Rundgänge durch beide Häuser, wird nur ein Haus besucht, liege der Schwerpunkt klar auf dem Papiermuseum. „Die Nachfrage ist so groß, dass wir mit der Organisation kaum hinterherkommen“, betont Dorn und bittet auch angesichts des nicht automatisierten Buchungssystems um Verständnis, dass ein personell knapp besetztes Museum nicht alle Anfragen sofort beantworten könne.

Auch viele Schulklassen und Jugendgruppen aus der Nideggener Jugendherberge würden das Angebot nutzen. Detailliertere Auf­schlüsselungen, etwa wie viele niederländische Touristen aus Heimbach das Museum ansteuern, gibt es aber nicht. Dorn weiß aber, dass Gäste aus ganz NRW, vornehmlich dem Ruhrgebiet, sowie dem benachbarten Ausland regelmäßig dort sind.

Die Nachfrage nach Workshops und Führungen weckt bei Anja Dorn und ihren Mitarbeitern den Ehrgeiz, neue Formate zu entwickeln, Ideen hat die Direktorin schon etliche. „Zum Beispiel würden wir gerne ein Origami-Angebot schaffen“, sagt die Museumschefin.

Außerdem gehe es aber auch darum, Menschen mit Angeboten, die keinen direkten Bezug zum Papier haben, auf das Museum aufmerksam zu machen: Konzerte für Babys etwa oder Yogakurse im Museum. „Über solche völlig anderen Angebote können wir eine Vertrautheit mit dem Gebäude erreichen. Im Idealfall denken die Gäste dann: Das sieht interessant aus, hier komme ich nochmal hin, um mir die Ausstellung anzusehen“, erklärt Dorn den ungewöhnlichen Denkansatz. Zum internationalen Museumstag wird es ein „Bauhausfest in Düren“ geben, bei dem zwei Künstler Workshops rund ums Papier anbieten werden. Außerdem schweben dem Museumsteam Kurse zu Drucktechniken und Wasserzeichen vor.

Zufrieden ist Anja Dorn, die erst wenige Wochen im Amt war, als das Museum eröffnet wurde, auch mit dem Interesse der Dürener an dem neuen Haus. „Wir stellen eine große Identifikation mit dem Museum fest, es kommen auch viele Papiermacher, um sich die Ausstellung anzusehen.“ Die Rückmeldungen der Besucher zum Museum seien positiv, vor allem die Interaktivität komme gut an. Und auch, dass ein Ausstellungsabschnitt nur mit QR-Codes wirklich informativ wird, störe nicht. „Ältere und jüngere Besucher stehen gleichermaßen mit dem Handy davor“, stellt Dorn fest. Und wer keines habe, würde sich die Objekte mit Phantasie erschließen.

Allein das sehr weiße und damit etwas steril wirkende Innere werde gelegentlich angemerkt. Zudem gebe es Anregungen, dass man ja noch viel mehr zeigen könne. „Bei einer solchen Ausstellung muss man bewusst reduzieren, damit die Fülle an Informationen noch zu verarbeiten ist“, sagt Dorn. Aber das „viel mehr“ komme im Papiermuseum über die Wechselausstellungen.

Mit diesen wolle man dafür sorgen, dass sich auch ein zweiter und dritter Besuch im Papiermuseum lohnen. Dabei ist eine Mischung von künstlerischen Arbeiten aus Papier sowie kulturhistorischen, technischen Ausstellungen wie zu Wasserzeichen, Dioramen (kleine Schaubühnen aus Papier) oder Trauerkarten angedacht, Themen viele Menschen einen leichten Zugang zur Kunst schaffen.

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