Ausstellung auf Schloss Burgau: Papier ist die Haut der Kunstwerke

Ausstellung auf Schloss Burgau : Papier ist die Haut der Kunstwerke

Bruchstückhafte Fassaden, ganze Räume im Raum, Sockel mit Kunst zum Anfassen und dreidimensionale Werke. All diese Arbeiten aus Papier und Karton füllendie Ausstellungsräume im Schloss Burgau. „Raumfolgen“ ist der Titel der diesjährigen Ausgabe der Ausstellungseihe „Geheimnis Papier“, die unter Kurator Kay von Keitz von vier Künstlerinnen und Künstlern zusammen gestaltet wurde.

„Als ich die Räumlichkeiten zum ersten Mal gesehen habe, war ich sofort von ihnen fasziniert“, sagte der Kölner Autor und Ausstellungskurator Kay von Keitz bei der Eröffnung. „Die Mischung aus historisch und modern sowie das Zusammenspiel der verschiedenen Ebenen untereinander sind hoch interessant. Deshalb wollte ich eine Ausstellung gestalten, die eng mit diesen Räumen zusammenspielt.“ So entstand die Idee zum Thema Raum und räumlicher Gestaltung.

Besonders bei dieser Ausstellung: Das Papier wird von allen Künstlern anders eingesetzt und interpretiert. So „zeichnet“ Simon Schubert Bilder mit einer Falttechnik, die dem Betrachter dreidimensional entgegenzukommen scheinen. Aber auch große Installationen wie seine „Hütte“, ein Raum aus Karton und Papier“, in dessen Innerem multimediale Inhalte in eine abstrakte Welt entführen, zeigt der Künstler im Schloss Burgau.

Nicola Schudy wiederum beschränkt sich nicht auf Papier, vielmehr ist das Material ein Baustein, mit dem sie ihre Installationen und Collagen ergänzt. Ihre Darstellungen abstrahieren bruchstückhaft alltägliche oder profane Architekturelemente, sodass abstrakte unterbrochene Fassaden entstehen. Bei Jessica Twitchell wird das Papier zur Haut der Kunstwerte, zu einer Art Tapete für ihre Objekte und Skulpturen, die entscheidend durch diese ornamentalen Oberflächen geprägt sind.

Bettina Buck wählt für ihre Arbeiten einen ganz anderen Ansatz, indem sie den Teil, der sonst im Hintergrund steht, in den Vordergrund stellt. Ihre Werke sind exakte Nachbauten von Sockeln, die im „Victoria and Albert Museum“ in London Skulpturen bekannter Künstler tragen. In ihren maßstabsgetreuen Nachbildungen finden sich wiederum Fotografien und Zeichnungen von den Skulpturen, die diese Sockel im Museum zieren. Anfassen und in den „Sockeln“ stöbern war hier ausdrücklich erwünscht.

„Geheimnis Papier“ wurde 2014 von dem im vergangenen Jahr verstorbenen Pit Görtz ins Leben gerufen. Dieter Powitz von Düren Kultur betont in seiner Eröffnungsrede, dass die Reihe und das Papiertheatertreffen auch weiterhin in Görtz’ Sinne weitergeführt werden sollen. „Raumfolgen“ ist noch bis zum 18. November jeweils mittwochs und samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr im Schloss Burgau zu sehen.

(km)
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