Vossenack/Nideggen: Panoramastraße: Bußgelder für zu laute Auspuffe und Helmkameras

Vossenack/Nideggen : Panoramastraße: Bußgelder für zu laute Auspuffe und Helmkameras

Bei einer erneuten Schwerpunktkontrolle auf der Panoramastraße haben Polizei, TüV und das Straßenverkehrsamt des Kreises am Sonntag 115 Motorräder zwischen Vossenack und Nideggen kontrolliert. Den Fokus der Kontrolle legten die Beamten auf die technische Ausrüstung von Motorrädern und Fahrern. Laut Polizeiprotokoll wurden etliche verschiedene Verstöße festgestellt.

Acht Fahrer und eine Fahrerin (vier Deutsche, vier Niederländer, ein Belgier) erwarten eine Anzeige, weil ihre Maschinen deutlich zu laut waren. Sie alle hatten den sogenannten Dezibel-Absorber (Geräuschminderer) unerlaubt entfernt, weswegen Messungen Werte bis 106 Dezibel ergaben.

Erlaubt sind — je nach Maschine — in der Regel 93 Dezibel, erklärt Polizeisprecherin Ingrid Königs. „Dieser vermeintlich geringe Dezibelunterschied macht sich in der Lautstärke erheblich bemerkbar“, betont sie. Sieben der Fahrer hatten die Dezibel-Absorber dabei und montierten diese. Die beiden anderen mussten ihre Motorräder abtransportieren lassen. Die ausländischen Fahrer mussten vor Ort 205 Euro bezahlen.

Die Polizei merkt an, dass einigen Fahrern ihre Maschinen wohl selbst zu laut waren — sie trugen nämlich Ohrstöpsel.

Eine happige und wohl unerwartete Strafe haben sich ein Niederländer (er musste vor Ort 500 Euro bezahlen) und zwei Fahrer aus Mönchengladbach eingefangen. Sie hatten an ihrem Helm kleine Kameras befestigt, sogenannte Dashcams, mit denen sie ihre Fahrten filmten. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs von Mai 2018 ist es jedoch nicht erlaubt, dauerhaft und anlasslos im Straßenverkehr zu filmen. Die Speicherkarten haben die Polizisten gesichert; die beiden Fahrer aus Mönchengladbach werden Bescheide vom Landesamt für Datenschutz und Informationsfreiheit erhalten.

Kennzeichen nicht erkennbar

Vier Fahrer und Fahrerinnen, die unter anderem aus Grevenbroich und Köln kamen, fingen sich eine Anzeige ein, weil sie ihre Kennzeichen falsch montiert hatten. Man konnte sie nicht mehr so einfach erkennen. Da die Schilder in einem bestimmten Winkel angebracht werden müssen, geht Polizeisprecherin Königs auch aus „kosmetischen Gründen“ von Vorsatz aus.

Königs betonte auf Anfrage, dass an diesem Sonntag zwischen 11 und 17 Uhr zur Zeit der Kontrollen „erstaunlich wenig auf den Straßen los gewesen ist“. Die 115 Motorräder, die die Beamten angehalten hatten, stellten etwa ein Drittel aller Maschinen dar, die auf der L211 unterwegs gewesen sind.

Abgesehen von den genannten Verstößen stellten die Polizisten noch abgefahrene Reifen, abgelaufene TüV-Plaketten, fehlende Beleuchtung und nicht mitgeführte Papiere fest.

(cro)
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