Hürtgenwald-Gey: Ortsumgehung Gey? Die Diskussionen gehen weiter

Hürtgenwald-Gey: Ortsumgehung Gey? Die Diskussionen gehen weiter

Dass die neue Ortsumgehung von Gey bei der Dorfgemeinschaft auf geteilte Reaktionen stößt, zeigte sich erneut beim Dorfkonferenz-Nachtreffen, zu dem die Gemeinde am Samstag eingeladen hatte.

Rund 30 Bürger und Bürgerinnen waren ins Pfarrheim gekommen, um mit Bürgermeister Axel Buch, Ortsvorsteher Helmut Rösseler und Bauamtsleiter Werner Franke zu diskutieren.

Während sich viele Anwohner der vormals stark befahrenen Dürener Straße, die durch die Ortsumgehung im Zuge der B399 deutlich vom Durchgangsverkehr entlastet wurde, über das geringere Verkehrsaufkommen freuen, klagen einige Bewohner des zur Bundesstraße hin gelegenen äußeren Ortsbereichs über die gestiegene Lärmbelastung. „Bei geöffneten Fenstern zu schlafen, ist eigentlich nicht mehr möglich. Durch das ständige Fahrbahnrauschen hat sich die Wohnqualität für uns von Dorf zu Stadt geändert”, sagt eine Anliegerin. „Wir haben das Gefühl, an einer Autobahn zu leben”, beschwert sich eine andere.

Bürgermeister Buch versprach, das Thema Lärmschutz erneut beim Landesbetrieb Straßenbau vorzubringen. Am Mittwoch findet eine weitere Ortsbegehung statt. Allerdings sieht er für zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen genau so wenig Chancen wie Ortsvorsteher Rösseler. „Darauf haben wir keinen Einfluss”, so Helmut Rösseler.

Man könne den Landesbetrieb nur auf die Beschwerden der Bürger hinweisen und gegebenenfalls ein neues Gutachten anstreben. Ob dieses jedoch zu einem anderen Ergebnis führen würde als das vor dem Bau erstellte Gutachten, sei äußerst fraglich. Um die Geyer Bevölkerung „möglichst früh in den Gestaltungsprozess einzubinden”, wurde auf dem Dorfkonferenz-Nachtreffen auch eine erste Planvorstellung für den Rückbau der Dürener Straße als Diskussionsgrundlage vorgestellt.

Der Plan sieht vor, den Charakter der Straße durch die Verengung mittels Park- und Baumflächen, breitere Gehwege und einen Kreisverkehr grundlegend zu verändern. Ortsvorsteher Rösseler will erreichen, dass Straße und Wohnumfeld besser miteinander harmonieren.

Bürgermeister Buch wünscht sich eine „pulsierende Lebensader durch Gey”, bei der allerdings nicht mehr die Autos die Pulsfrequenz vorgeben sollen. Allerdings sind die finanziellen Mittel knapp. Buch rechnet mit 120.000 Euro, die der Landesbetrieb aufgrund des schlechten Zustands der Straße zur Verfügung stellen werde. Eventuell könne man auch EU- und Landesmittel im Rahmen der Dorferneuerung beantragen, allerdings wäre eine Antragstellung frühestens Ende 2010 möglich.

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