"Opus 4": Posaunisten spielen Konzert in Klosterkirche Vossenack

„Opus 4“ geben Konzert : Posaunisten begeistern in der Klosterkirche

„Wie uns die Alten sungen“ – so klang es in der Klosterkirche. Viele Besucher waren gekommen, um ein Konzert der Extraklasse zu hören: „Opus 4“, ein Quartett von Posaunisten des Gewandhausorchesters Leipzig, war zum dritten Mal zu Gast.

Die Stammgäste wissen, dass die Heizung es kaum schafft, den Kirchenraum wirklich zu erwärmen, und trugen Winterkleidung. Jörg Richter, der das Ensemble leitet, wünschte den Zuhörern, dass ihnen „die Musik das Herz erwärmen möge“.

Schon beim „Intrada“ von Monteverdi entstand der Eindruck, der kraftvolle, festliche Klang müsse eigentlich von weitaus mehr als vier Posaunen kommen, so vollkommen erfüllte die Musik den Kirchenraum. Das Thema „Nun komm der Heiden Heiland“ wurde in verschiedenen Variationen gespielt; es begann in getragener Weise – nach Andreas Raselius – und ging in ruhig fließenden Klängen in Johann Sebastian Bach über.

Weiter ging es mit Musik über die Weihnachtsfreude. Alte Lieder, auf frohe und festliche Weise, erfreuten die Herzen. Der mächtige Zusammenklang der Posaunen war ein Genuss. Danach kamen die Zuhörer aus dem Staunen nicht heraus: Dass Bachs bekannte Toccata und Fuge in d-moll von vier Posaunen gespielt wurde, war ein neues und ungewohntes Klangerlebnis. Mit ganzer Hingabe und Freude gelang den Musikern ein atemberaubender Vortrag, das begeisterte Publikum spendete lang anhaltenden Applaus.

Dann freuten sich die Zuhörer über das muntere Spiel im Kanon „Es ist ein Ros entsprungen“; und die anschließende Choralversion von Michael Praetorius mündete in einer zu Herzen gehenden Darbietung mit feierlich-frohen Harmonien.

Die klaren und reinen Töne von „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ sollten eigentlich das Konzert beenden, doch die Zuhörer erhoben sich von ihren Plätzen, um herzlichen Beifall zu spenden und es gab mehrere Zugaben. Mit „Tochter Zion“ wurde die ganze Weihnachtsfreude hinausposaunt.

Viele Besucher ergatterten handsignierte CDs des außergewöhnlichen Quartetts. „Soll das ein Geschenk sein?“, fragte Jörg Richter eine offensichtlich begeisterte Dame „Ja“, antwortete sie, „das schenk ich mir.“

(ale)
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