Opernaufführung im Dürener Haus der Stadt

„Cosi fan tutte“ : Liebe, Intrigen und Eifersucht

Es gibt Geschichten, die werden nie alt. Spektakel rund um Liebe, Treue, Intrigen und Eifersucht erheiterten 1790 genau wie 2019 das Opernpublikum. Sehr wohl steht ihnen aber ab und an ein neues Gewand. So auch Mozarts Oper „Così fan tutte“, mit deren Inszenierung die Münchener Kammeroper am Dienstagabend im Haus der Stadt in Dürener zu Gast war.

„So machen es alle“, wie der Operntitel übersetzt heißt, gilt für dieses Ensemble nicht, denn Regisseurin Beka Savic machte Einiges anders: Ein eigenes Orchester-Arrangement wurde für diese Inszenierung geschaffen und das Sängerensemble wurde aus 500 Bewerbern zusammengestellt. Unter der musikalischen Leitung von Nabil Shehata spielten die erstklassigen Musiker im Orchestergraben Mozarts Stücke nach dem Arrangement von Vladimir Beleaev, das mit der Textfassung von nach Lorenzo da Ponte Platz für deutsche Rezitativen der Akteure auf der Bühne ließ.

Der Handlung konnte so auch der Laie bedenkenlos folgen und es gelang noch leichter sich in die satirische Scheinwelt des Neapels des 18. Jahrhunderts hineinzuversetzen. Don Alfonso, gesungen von Frederik Tucker, ist der Strippenzieher in einem bizarren Spiel mit der Liebe, dem Vertrauen und der Treue. Passend kostümiert in Schwarz schlägt er den eigentlich glücklich verliebten Guglielmo (Jeong Daegyun) und Fernando (David Jagodic) in mehr oder weniger unschuldigen Beige- und Weißtönen eine teuflische Wette vor.

Die beiden sind überzeugt, dass ihre Geliebten Fiordiligi (Anna Malesza) und Dorabella (Irena Weber) sie nie betrügen würden. Don Alfonso wettet dagegen und überzeugt die Männer zu einer Scharade, in der sie vorgeben in den Krieg ziehen zu müssen, nur um dann in Verkleidung zu versuchen ihre Geleibten zu verführen.

Die Männer schütteln die Hände und die Frauen kommen hinter dem einfach gehaltenen Bühnenbild, einer goldenen Metallkonstruktion umhüllt von einem weißen Vorhang, hervor. Herrlich theatralisch spielen die Damen ihre Verzweiflung, als sie erfahren, dass ihre Liebhaber in den Krieg ziehen müssen. Sie sind die Unschuld in Person, gewandet in blassem pink und weiß.

Als schrille und köstlich komödiantische Kammerzofe Despina eilt Theodora Raftis auf die Bühne um den untröstlichen Damen etwas Hoffnung zu spenden: Es gibt ja schließlich auch noch andere Männer. Mit grünen Haaren und Staubwedel fegt sie, unwissend zum Nutzen von Don Alfonso, durch die Handlung.

Gesanglich wie schauspielerisch bewegte sich das Ensemble auf höchstem Niveau. Durch die Einwürfe in deutscher Sprache und zusammen mit Mozarts Melodien präsentierten die Münchener zwar nicht das, was alle machen, aber doch eine ausgezeichnete Inszenierung von „Così fan tutte“.

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