Düren: Offener Brief: „Lassen Sie die Kirche offen”

Düren: Offener Brief: „Lassen Sie die Kirche offen”

Katholiken aus Dürens Osten schreiben an Bischof Heinrich Mussinghoff. Es sind klare Worte von Menschen, die für St. Bonifatius kämpfen.

„Hier bei uns in der Gemeinde herrscht wirklich noch Dynamik”, sagt Peter Lochner aus Düren-Ost, ehemaliger Pfarrgemeinderatsvorsitzender von St. Bonifatius. „Und wir möchten für unsere Kirche und ihren Erhalt kämpfen.” Wie berichtet hat die Arbeitsgruppe „Kirchliches Immobilienmanagement” der Pfarre St. Lukas unter anderem beschlossen, die Bonifatius-Kirche zu verkaufen oder zu vermieten.

Rund 300.000 Euro, so die Vorgabe des Bistums, muss St. Lukas für ihre „nicht-wirtschaftlichen Gebäude” einsparen. Jetzt haben ehemalige Pfarrgemeinderatsvorsitzende und Kirchenvorstandsmitglieder Bischof Heinrich Mussinghoff einen offenen Brief geschrieben. „Wir sind entsetzt”, heißt es in dem Schreiben, „dass mit der Schließung der Kirche St. Bonifatius das Gemeindeleben in unserem Stadtteil weitgehend beendet werden soll. Bei der Fusion der Dürener Gemeinden zur Pfarrgemeinde St. Lukas wurde immer betont, dass das bestehende kirchliche Leben erhalten werden soll.”

Auf gut anderthalb Seiten legen die zwölf Unterzeichner des Briefes dar, welche Gründe aus ihrer Sicht gegen eine Schließung der Kirche sprechen. Über 4000 Katholiken würden auf dem Gebiet von St. Bonifatius wohnen, immerhin 33 Kindern feierten am Weißen Sonntag dort das Fest ihrer Ersten Heiligen Kommunion. In St. Bonifatius finden darüber hinaus die Gottesdienste für die polnische Gemeinde für den Kreis Düren statt, auch die Kinder des Kinderheimes (direkt gegenüber der Kirche) und die Schüler der Paul-Gerhardt-Grundschule, der Heinrich-Böll-Gesamtschule und des Kindergartens St. Bonifatius würden in der Kirche regelmäßig Gottesdienste feiern.

„Vor einiger Zeit”, heißt es wörtlich in dem offenen Brief, „entstand circa 200 Meter von der St.-Bonifatius-Kirche entfernt eine Moschee. Wenn die Kirche jetzt verschwinden würde, würde damit ein bedrückendes Zeichen gesetzt, dass die Katholiken im Dürener Osten so verstehen würden: Wir waren und sind immer treu, eifrig und engagiert für den Glauben eingetreten - jetzt sollte uns das Bistum nicht aus finanziellen Gründen fallen lassen.”

In einem ersten Treffen in der kommenden Woche wollen die Unterzeichner des Briefes überlegen, wie St. Bonifatius vielleicht doch noch gerettet werden kann. Viele Katholiken in Dürens Osten, davon sind die Unterzeichner des Briefes an den Bischof überzeugt, seien bereit, sich erheblich finanziell für die Erhaltung der Kirche einzusetzen. Viele haben bereits Spendenzusagen gemacht.

Zum Schluss heißt es in dem Appell: „Herr Bischof Dr. Mussinghoff, lassen Sie unsere Kirche offen. Zum Segen für diesen Stadtteil und seine Menschen - Katholiken und viele andere Bürger.”

Erstes Treffen am Mittwoch, 18. April

Alle, die sich dafür einsetzen möchten, dass St. Bonifatius gerettet wird, sind herzlich zu einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 18. April, eingeladen.

Nach der Messe um 19 Uhr findet im St. Bonifatius „Haus der Begegnung” um 20 Uhr eine öffentliche Versammlung statt, bei der die weitere Vorgehensweise besprochen werden soll.