Oberstleutnant Danilo Schlag ist neuer "Boelcke"-Kommodore

„Boelcke“-Geschwader : Oberstleutnant Danilo Schlag ist neuer Kommodore

Wenn ein Kommodore das Nörvenicher „Boelcke“-Geschwader verlässt, ist dies zumeist ein sehr emotionaler Moment. Es ist der Tag, an dem für gewöhnlich eine lange fliegerische Laufbahn endet.

Zwar wird auch Oberst Stefan Kleinheyer nach seinem letzten Flug am vergangenen Montag nicht mehr ins Cockpit eines Eurofighters zurückkehren, der 51-Jährige aber bleibt der Fliegerei verbunden. Er ist in Zukunft in leitender Funktion auf der Sheppard Air Force Base in Texas/USA für die Pilotenausbildung der NATO zuständig.

Im Rahmen eines Appells übertrug Generalmajor Dr. Jan Kuebart am Freitag das Kommando über die aktuell gut 900 „Boelcke“-Soldaten und rund 180 zivilen Beschäftigten an Oberstleutnant Danilo Schlag, der „stolz und glücklich ist“ nach vier Jahren im Bundesverteidigungsministerium in Nörvenich wieder Cockpit-Duft schnuppern zu dürfen.

Stefan Kleinheyer hatte sich zu den Klängen des „Boelcke“-Marsches, gespielt vom Heeresmusikkorps Kassel, mit persönlichen Worten von seinen „Boelckerianern“ verabschiedet, vom „besten Geschwader der Luftwaffe“, das er jeden Tag in den vergangenen vier Jahren mit tiefer und aufrichtiger Dankbarkeit geführt habe. „‚Boelcke’ ist Familie. ‚Boelcke’ ist höchste Leistungsbereitschaft auf Knopfdruck. ‚Boelcke’ ist ein Gefühl“, betonte der 51-Jährige und ergänzte an seinen Nachfolger adressiert: „Du übernimmst hier in Nörvenich nicht nur ein exzellentes Geschwader, sauteure Hightech-Kampfflugzeuge, ein Areal von vielen Hektar Flugplatz und Liegenschaften, dringend weiter zu entwickelnde Infrastruktur, sondern mit Abstand vor allen Dingen ein großartiges Team von Menschen.“

Eine Herausforderung, der sich der in Berlin lebende Danilo Schlag gerne stellt. „Es ist mir eine Ehre, dieses stolze und traditionsreiche Geschwader führen zu dürfen“, sprach der 47-Jährige von der wahrscheinlich bisher anspruchsvollsten, aber auch schönsten Aufgabe seiner militärischen Laufbahn.

Vorbeiflug einer Eurofighter-Formation anlässlich der Kommandoübergabe auf dem Fliegerhorst Nörvenich. Foto: ZVA/Jörg Abels

Zuvor hatte der Generalmajor Kuebart als Kommandeur Fliegende Verbände, die vergangenen vier Jahre des Geschwaders unter Kleinheyers Kommando Revue passieren lassen. Dabei erinnerte er nicht nur an Kleinheyers sechsmonatigen Auslandseinsatz in der Türkei und in Jordanien, die  verschiedenen Großübungen und die in Nörvenich erfolgreich abgeschlossene Weiterentwicklung des Eurofighters vom Jagdflieger zum Bomber. Kuebart  ließ auch die täglichen Herausforderungen nicht unerwähnt, allen voran „eine Ersatzteillage, die mehrfach kritisch war und zur zaghaft besser wird“ und „Eurofighter, die zu lange bei Airbus in Manching im Inspektionsstau standen, anstatt hier in die Luft zu gehen.“

Der Generalmajor kündigte an, dass 2019 der 140. Eurofighter an die Luftwaffe ausgeliefert werde und die Flotte dann komplett sei. Aktuell sind in Nörvenich 31 der hochmodernen Kampfflugzeuge stationiert. Dass noch welche dazukommen werden, sei beschlossen, hieß es am Rande des Appells, wie viele stehe aber noch nicht fest.

Anders als Stefan Kleinheyer, der vor seiner Beförderung zum Kommodore Ende 2014 bereits von 2011 bis 2013 als stellvertretender Kommodore in Nörvenich Jagdbombererfahrung sammeln konnte, betritt sein in anderen Geschwadern groß gewordener Nachfolger Danilo Schlag in Nörvenich „ein Stück weit Neuland“, wie der Generalmajor betonte.

Dass er bei vor ihm liegenden Herausforderung auf Teamarbeit setzt, ließ der neue Kommodore mit dem von ihm gewünschten Musikstück erkennen: „Ein Hoch auf uns“ von Andreas Bourani. „Ein Hoch auf das, was vor uns liegt. Dass es das Beste für uns gibt.“

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