Nürburgring/Obermaubach: Nürburgring: Rennfahrer Benedikt Gentgen fährt viermal aufs Podest

Nürburgring/Obermaubach : Nürburgring: Rennfahrer Benedikt Gentgen fährt viermal aufs Podest

Aus drei Ausfällen in sieben Rennen zieht Benedikt Gentgen noch etwas Positives. „Wir sind nicht einmal mit einem technischen Defekt ausgefallen — und das bei Langstreckenrennen. Da kann man nicht meckern“, sagt der 19-jährige Fahrer des Aachener FEV-Racing-Teams.

In seinen übrigen vier Vier-Stunden-Läufen in der TCR-Klasse auf dem Nürburgring ist der Obermaubacher auf dem Podest gelandet: Einmal gewann er, dreimal wurde er Zweiter. Mit seiner ersten Saison in der VLN-Langstreckenserie auf der Nordschleife, in der er wegen fehlender Lizenz die ersten beiden Rennen verpasste, ist er sehr zufrieden.

Die guten Ergebnisse und die Tatsache, dass unverschuldete Kollisionen zu den drei Ausfällen geführt hatten, lassen Gentgen auch folgenden Schluss ziehen: „Wir hätten in der Gesamtwertung Chancen auf die ersten drei Plätze gehabt.“

Beim fünften Rennen zum Beispiel, dem Saisonhöhepunkt über sechs Stunden, hat ihn im Zeittraining ein Audi R8 der GT3-Klasse, die parallel fuhr, gerammt. Sein 350-PS-starker Seat Leon wurde so beschädigt, dass Gentgen nicht nur für das Rennen, sondern auch zwei Wochen später ausfiel — die Lieferung der Ersatzteile dauerte zu lange. Bis zu 170 Autos in mehr als 20 Klassen sind zeitgleich auf der Strecke unterwegs. „Daran muss man sich in den Kurven gewöhnen. Das erste Jahr war für den Lerneffekt sehr gut.“

Auf Rang zwei ausgeschieden

Im siebten Rennen ist Gentgen, der als Stammfahrer Start- und Schlussphase fährt, auf Platz zwei liegend in der achten Runde ausgeschieden. Er wurde von hinten gerammt und landete im Kiesbett; unter anderem war die Spurstange irreparabel beschädigt. In den letzten beiden Saisonläufen wurde er Zweiter.

Im Schnitt ist das FEV-Team, für das neben Gentgen vier verschiedene Fahrer am Steuer saßen, gegen neun Konkurrenten in der Einheitsklasse TCR gefahren. Das bedeutet, dass die Modelle etwa von VW (Golf V), Opel (Astra) und Audi (RS3) die gleiche technische Ausstattung haben. Die Gesamtwertung steht noch nicht fest, weil erst zwei Streichergebnisse eines jeden Teams verrechnet werden müssen.

Der Plan ist, dass das Team auch 2018 in der TCR-Klasse fährt. Sponsoren-Gespräche für Team und Gentgen selbst stehen noch aus, er sei „zuversichtlich“, dass er für die Saison ab März planen kann. Eventuell wird im Winter noch getestet — ansonsten sitzt Gentgen nun selten im Auto. Langfristig will FEV neue Technik im Auto verbauen, was bedeuten würde, dass das Team in die offene SPX-Klasse ohne technische Vorgaben wechseln müssten. 30 sport- und technikbesessene Mitarbeiter zählt das Team des weltweit aktiven Dienstleisters für Antriebstechnik, jedes Mitglied steckt seine Freizeit in das Projekt Rennwagen, das die Firma nach einiger Zeit Pause in diesem Jahr wieder angegangen war.

Student und Hobby-Rennfahrer Gentgen sagt, er spüre das Herzblut, das sein Team in den Wagen steckt. „Das Team hat sich sehr gut entwickelt, wir sind ja ohne große Erwartungen in die Saison gegangen“, meint der 19-Jährige, der mit dem Sieg direkt in seinem ersten Rennen als Stammfahrer jegliche Ziele für den Saisonverlauf erreicht hatte.