Düren: NRW-Gesundheitsministerin: „Das geht so einfach nicht weiter”

Düren: NRW-Gesundheitsministerin: „Das geht so einfach nicht weiter”

Unser Gesundheitssystem muss komplett umgekrempelt werden. Diese Forderung erhob die zuständige NRW-Ministerin, Barbara Steffens (Grüne), am Donnerstagabend bei einer Informationsveranstaltung im Dürener Komm.

Die Ministerin hatte zur Untermauerung ihrer Forderung Zahlen mitgebracht. Die Lebenserwartung der Bevölkerung in NRW steige stetig, doch mit zunehmendem Alter müsse sich der Mensch mit zahlreichen Krankheiten herum plagen. Steffens: „Die Hälfte der stationären Patienten in den Krankenhäusern ist jetzt schon älter als 60 Jahre.” Die Zahl der Demenzkranken werde sich in den kommenden Jahren verdoppeln, ebenso die Zahl der Pflegebedürftigen.

Gleichzeitig werde die Zahl der Erwerbstätigen in NRW bis zum Jahr 2050 von heute 8,7 Millionen auf 6,6 Millionen Menschen sinken. Das bedeute unter dem Strich: Immer mehr Menschen seien auf Leistungen des Gesundheitssystem angewiesen, das von immer weniger Erwerbstätigen finanziert werden müsse. Steffens: „Das geht auf Dauer einfach nicht. Das System ist darauf nicht eingestellt.” Die Ministerin machte konkrete Vorschläge, wie der Staat gegensteuern könne.

Beispiel psychische Erkrankungen: Biete man den Betroffenen womöglich schon in der Jugendzeit ambulante Hilfe an, könne später auf die teure Unterbringung in Kliniken verzichtet werden. Verzichte man bei älteren Menschen im Rahmen einer Hüftoperation auf die Vollnarkose, komme es meist nicht zur gefürchteten Demenz in Folge des Eingriffs. Barbara Steffens listete eine ganze Reihe von Vorschlägen zur Optimierung des Gesundheitswesens auf. Wohl wissend, dass hier eigentlich die Bundespolitik gefragt ist: „Das kann NRW nicht alleine stemmen. Wir müssen mit dem Bund gemeinsam aktiv werden.”