Düren: NRW-Behindertenbeauftragte im Selbstversuch einen Tag lang blind

Düren : NRW-Behindertenbeauftragte im Selbstversuch einen Tag lang blind

Einen Tag lang so erleben als sei sie blind oder sehbehindert: Mit dieser Vorstellung war die Behinderten- und Patientenbeauftragte der Landesregierung NRW, Claudia Middendorf (CDU), zum Arbeits- und Informationsbesuch in das Berufsförderungswerk Düren (BfW) gekommen.

In dem Zentrum für berufliche Bildung Blinder und Sehbehinderter informierte sich Middendorf im Rahmen der Selbsterfahrung über die einzelnen Facetten von Blindheit und Sehbehinderung und ließ sich von BfW-Geschäftsführerin Dr. Inge Jansen und ihren Mitarbeitern die Möglichkeiten beruflicher Wiedereingliederung dieses Personenkreises erläutern.

Dass nicht jeder, der mit einem weißen Langstock unterwegs ist, als völlig blind anzusehen ist, musste die Behindertenbeauftragte ebenso erkennen wie die Probleme, die im alltäglichen Leben entstehen. Mit Langstock und Simulationsbrille war sie im Innen- und Außenbereich der Einrichtung unterwegs. Im Gespräch mit Betroffenen ließ sich Claudia Middendorf außerdem erklären, wie lebenspraktische Fähigkeiten antrainiert werden können.

Die Politikerin ließ sich in kleiner Diskussionsrunde sagen, was die blinden und sehbehinderten Menschen bewegt. Besonders am Herzen liegt BfW-Chefin Dr. Inge Jansen die Einführung einer medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation. „Eine Operation an der Hüfte führt zur medizinischen Reha. Wer den Sehsinn verliert, wird mit dem Taxi nach Hause geschickt“.

Im Anschluss an den Besuch im BfW führte der ehemalige Geschäftsführer Dr. Hans-Joachim Zeißig, jetzt Geschäftsführer des Rheinischen Blindenfürsorgevereins, durch dessen Einrichtungen.

(sps)
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