Nörvenich: Neubaugebiet "Mariengärtern" in Rath

Spatenstich zum Neubaugebiet „Mariengärtern“ : Raths Einwohnerzahl wächst um 20 Prozent

„Das ist ein besonderer Tag. Die meisten Menschen bauen nur ein Haus in ihrem Leben“, betonten Bürgermeister Dr. Timo Czech (CDU) und Projektentwickler und Investor Peter Ehser anlässlich des feierlichen Spatenstichs zum Neubaugebiet „Mariengärten“.

Die Wohnhäuser entstehen im Nordosten des Ortsteils Rath in der Gemeinde Nörvenich.

Möglich war das Projekt überhaupt erst, weil die Gemeinde Nörvenich noch Wohnbaureserveflächen aus dem Jahr 2005 in ihrem Flächennutzungsplan ausgewiesen hatte, die noch nicht genutzt wurden. „Seinerzeit wurde das nicht als notwendig angesehen“, betonte Czech. Der Bürgermeister ist nun seit etwas mehr als drei Jahren im Amt und hat nicht nur das Neubauprojekt in Rath vorangetrieben. „Wir entwickeln alle Reserveflächen, weil wir wirklich allen 14 Orten unserer Gemeinde eine Perspektive geben wollen.“

Im Falle Raths geht Czech von einem Zuwachs von 120 Einwohnern aus. Aktuell wohnen dort 630 Menschen. Das Dorf soll also um etwa 20 Prozent wachsen. Im Februar folgt der Spatenstich zum Neubaugebiet in Binsfeld und im weiteren Verlauf des Jahres der in Wissersheim. Über die Wohnbauprojekte hinaus strebt die Gemeinde eine Erweiterung des Gewerbegebiets im Hauptort an, um den Neubürgern auch gleich eine Möglichkeit der Beschäftigung „vor der Haustüre“ zu bieten. „Aktuell hat es 16 Hektar Fläche. Weitere 36 Hektar sollen hinzukommen – so hoffen wir, circa 1000 neue Arbeitsplätze schaffen zu können.“ Czech betonte: „Ein Rädchen greift ins andere.“ Der Bürgermeister strebt an, zum Ende dieses Jahres die ersten ansiedelnden Unternehmen zu nennen, bevor im Jahr 2020 gebaut werden soll.

Landtagsabgeordnete Dr. Patricia Peill (CDU), die selbst auf dem Gutshof Ollesheim bei Eschweiler über Feld wohnt, pflichtete Czech bei: „Wachstum im ländlichen Raum ist eine Priorität. Dr. Czech ist ein sehr unternehmerischer Bürgermeister und zeigt in Zeiten des Strukturwandels ein sehr gutes Beispiel auf, wie eine ländliche Kommune wachsen kann.“ Generell hat sie bemerkt: „Der ländliche Raum war lange Zeit auf dem Abstellgleis. Es gibt aber eine Trendwende: Die Attraktivität auf dem Land steigt wieder.“

Mit Peter Ehser, ergänzte Czech, habe man für die Entwicklung der Projekte einen guten Partner gefunden. Zwar habe dieser sein Büro in Hürth, wohne aber selbst in Wissersheim. Ehser übernehme „soziale Verantwortung in der Gemeinde“. Mit „einer größeren finanziellen Zuwendung“ beteilige er sich an der Errichtung eines neuen Feuerwehrgerätehauses. „Und er hat sich auch bereiterklärt, jedem Neubürger, der sich in der Freiwilligen Feuerwehr für mindestens drei Jahre engagiert, nachträglich zehn Euro Rabatt pro Quadratmeter zu gewähren“, lobte Czech. Ehser erklärte: „Ich möchte in meiner Heimatgemeinde das Wachstum gerne mitgestalten.“

(kte)
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