SPD lässt vier neue Standorte für Sportplatz Huchem-Stammeln prüfen

Die Zukunft des Sportplatzes Huchem-Stammeln : SPD lässt vier neue Standorte prüfen

Ein attraktives Wohnquartier mit rund 30 Häuser könnte auf dem Areal des Sportplatzes an der Karolingerstraße in Huchem-Stammeln entstehen. Dafür müsste aber der Sportplatz des SV Schwarz-Weiß verlegt werden. Doch der Verein lehnt einen Ausbau des „RWE-Sportplatzes“ aus zwei Gründen ab.

Mehr als 60 Anfragen für ein Baugrundstück in Huchem-Stammeln liegen aktuell im Niederzierer Rathaus vor, viele von jungen Familien aus dem Ort, betont Bürgermeister Hermann Heuser (SPD). Dabei gibt es in Huchem-Stammeln derzeit überhaupt keine neuen Baugebiete. Allein die ersten auch in dieser Zeitung transportierten Überlegungen der Verwaltung, die Sportanlagen von der Karolingerstraße an den Ortsrand zu verlegen, um mitten im Ort ein attraktives Wohnquartier zu entwickeln, hat das Interesse explodieren lassen.  Das Problem: Der SV SW Huchem-Stammeln lehnt den bislang alternativ angebotenen Ausbau des sogenannten RWE-Sportplatzes im Gewerbegebiet Rurbenden kategorisch ab.

Trotzdem will die SPD-Mehrheitsfraktion im Gemeinderat an der Weiterentwicklung des Dorfes und am Wohnquartier Karolingerstraße festhalten, kündigt Fraktionschef Johannes Komp an. „Den zahlreichen jungen, heimatverbundenen Familien des Dorfes sollte es nicht verwehrt bleiben, in absehbarer Zeit in Huchem-Stammeln bauen zu können“, betont der SPD-Distrikt-Vorsitzende Pascal Viehöver, der gerne auch Neubürger begrüßen würde.

Deshalb fordert die SPD die Verwaltung nun auf, mit der Bezirksregierung über alternative Sportplatz-Standorte außerhalb der Ortschaft zu sprechen. Ob derartige Überlegungen jedoch in Köln auf Zustimmung stoßen, ist mit Blick auf das Ziel der Landesplanung, die Versiegelung von Flächen möglichst zu minimieren, ungewiss, weiß auch Hermann Heuser. Trotzdem will er nichts unversucht lassen, schließlich sind Verwaltung und Politik um eine einvernehmliche Lösung bemüht.

Die vier neuen Standorte

Die SPD hat vier Prüfräume benannt, nicht parzellenscharf, damit die Verwaltung in den anstehenden Gesprächen flexibel reagieren könne, betonen Komp und Viehöver. Drei der vier Bereiche liegen nördlich der Ortschaft, davon zwei in Richtung Selhausen, einer in Richtung Oberzier/Umspannanlage, begrenzt von den dort vorhandenen Hochspannungsleitungen. Der vierte Prüfraum liegt westlich der Ortschaft in Verlängerung der Straße „An der Süle“. Frühere Pläne, die Sportanlagen eventuell auch unmittelbar an der Grundschule (Hochheimstraße) neu zu bauen, werden nicht mehr verfolgt, nachdem Anwohner bereits mit der Gründung einer Bürgerinitiative gedroht hatten.

Der Ausbau des RWE-Sportplatzes wird vom SV Schwarz-Weiß vor allem aus zwei Gründen abgelehnt. Zum einen bezweifelt der Verein, dass dort genügend Platz für alle Abteilungen (neben Fußball auch Tennis und Boule) vorhanden wäre, zum anderen kritisiert der Vorstand die Lage am Ende des vor allem von osteuropäischen Lkw-Fahrern gerne als Parkplatz genutzten Gewerbegebietes und spricht offen von einem „Angstraum“. Kindern und Jugendlichen, aber auch Zuschauern sei es nicht zuzumuten, diesen vor allem in der dunklen Jahreszeit auf dem Weg zum Training und zu Spielen zu betreten. Faktisch belegt werden kann diese Sorge nicht. „Straßenkriminalität findet hier nicht statt“, erklärt Polizeisprecherin Melanie Arenz auf Nachfrage dieser Zeitung. Zwar habe es seit Januar 2018 auf der Neue Straße bislang 56 Polizeieinsätze gegeben, allerdings sei nur in etwa der Hälfte der Fälle eine Anzeige oder ein Bericht gefertigt worden. Das Gros der Einsätze und Anzeigen betraf Verkehrsdelikte.

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