Huchem-Stammeln erhält Rettungswache mit Feuerwehrgerätehaus

Feuerwehrgerätehaus in Huchem-Stammeln : Zentrum der schnellen Notfallhilfe zwischen Düren und Jülich

Die Zeit der provisorischen Rettungswache des Kreises Düren in der ehemaligen Verwaltungsvilla der Firma Schoeller geht zu Ende. Im Frühjahr 2020 läuft der Mietvertrag aus. Bis dahin muss der Neubau in Kombination mit einem neuen Feuerwehrgerätehaus für die Feuerwehr Huchem-Stammeln an der Kreuzung B56/Bahnhofstraße/Mühlenweg stehen.

Mittlerweile haben der Rettungsdienst Kreis Düren (RDKD) und die Gemeinde Niederzier die Planungen abgeschlossen und den Bauantrag eingereicht.

Die genauen Kosten inklusive Grunderwerb stehen zwar noch nicht fest, „wir gehen nach den derzeitigen Berechnungen aber von 4,3 bis 4,4 Millionen Euro aus, erklärt der RDKD-Vorstandssprecher und zuständige Kreisdezernent Peter Kaptain. RDKD und Gemeinde wollen sich die Kosten im Verhältnis 60:40 teilen, wobei der Niederzierer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den kommunalen Anteil bei 1,7 Millionen Euro gedeckelt hat. Ursprünglich war die Gemeinde einmal von 1,2 Millionen ausgegangen.

Von der anfänglichen Idee, das neue Gebäude direkt an die Bundesstraße anzubinden, ist die RDKD abgewichen. „Das wäre in Richtung Jülich zu problematisch gewesen“, erklärt Kaptain. Daraufhin wurde das zweigeschossige Gebäude um 180 Grad gedreht. Die Ausfahrt der Fahrzeuge erfolgt nun über den Mühlenweg, die künftige K 35n (Ortsumgehung Merken). Eine Vorrangschaltung an der Ampel der Kreuzung soll garantieren, dass die Einsatzfahrzeuge problemlos auf die B56 abbiegen können, erklärt Kaptain.

Direkt an der Kreuzung der B56 mit der Bahnhofstraße und der künftigen K35n entsteht eine neue Rettungswache des Kreises Düren, kombiniert mit dem neuen Gerätehaus der Löschgruppe Huchem-Stammeln der Feuerwehr Niederzier. Foto: Büro Daheim + Uppenkamp

Denn die Rettungswache Huchem-Stammeln liegt geographisch so zentral im Kreisgebiet, dass sie nicht nur die Gemeinde Niederzier und die A4, sondern auch die nördlichen Stadtteile Dürens und die südlichen Stadtteile von Jülich mühelos abdecken kann, wobei es räumlich keine festen Zuständigkeiten oder Grenzen gibt, wie Kaptain betont. „Der Disponent in der Rettungsleitstelle in Stockheim hat immer alle Fahrzeuge im Blick und fordert das an, das sich am nächsten am Einsatzort befindet.“ Allein im vergangenen Jahr waren die in Huchem-Stammeln stationierten Rettungswagen 4807 Mal im Einsatz. Dazu kamen noch 1037 Krankentransportfahrten.

Die kombinierte Rettungs- und Feuerwache wird eine Bruttogrundfläche von knapp 1500 Quadratmetern haben, kündigt Kaptain an, inklusive einer Fahrzeughalle mit acht Stellplätzen. Vier werden vom RDKD genutzt, der drei Rettungs- und einen Krankentransportwagen in Huchem-Stammeln stationiert hat, drei entfallen auf die Fahrzeuge der Löschgruppe. Der achte soll der gemeinsamen Fahrzeugpflege dienen, erklärt der zuständige Fachbereichsleiter der Gemeinde Niederzier, Dirk Lauterbach.

„Klare Verbesserung“

Im Obergeschoss befinden sich Aufenthalts- und Sozialräume, getrennt für RDKD und Feuerwehr. Die Rettungswache wird – wie bisher das Provisorium – rund um die Uhr besetzt sein, kündigt Kaptain an. Tagsüber seien mindestens acht Rettungskräfte und bis zu drei Auszubildende vor Ort, nachts werde die Zahl halbiert.

Niederziers Wehrleiter Markus Wirtz spricht von einer klaren Verbesserung für seine Kameraden in Huchem-Stammeln, die seit Jahrzehnten in einem viel zu kleinen Altbau an der Grabenstraße untergebracht sind. „Wir werden endlich eine vernünftige Schwarz-Weiß-Trennung bekommen“, erklärt er. Das heißt: Nach einem Einsatz können die Feuerwehrmänner ihre verrauchte Spezialbekleidung erst ablegen und duschen, bevor sie im separat aufbewahrten privaten Dress den Heimweg antreten. „Erstmals wird auch die Jugendfeuerwehr einen eigenen Raum haben“, freut sich Wirtz in der Hoffnung, dass mit dem Neubau die Attraktivität der Wehr steigt und sich mehr Huchem-Stammelner ehrenamtlich engagieren.

Dass die „Freiwilligen“, die im vergangenen Jahr zu 73 Einsätzen ausrückten, nach einer Alarmierung erst die viel befahrene B 56 passieren und auch einmal vor einer roten Ampel warten müssen, ist aus Wirtz’ Sicht kein Manko. „Zum einen dauert die Wartezeit maximal eine Minute, zum anderen haben wir berechnet, dass wir auch vom neuen Standort aus jeden Punkt im Ort binnen der geforderten acht bis zehn Minuten erreichen können“, betont Wirtz. „In der Summe ist das für uns eine klare Verbesserung.“

Wenn der Bauantrag genehmigt ist, soll umgehend mit dem Neubau begonnen werden. Peter Kaptain rechnet mit einer Bauzeit von zwölf bis 15 Monaten. Sollte sich die Fertigstellung bis nach Auslaufen des Mietvertrags für die bislang provisorisch genutzte Villa verzögern, ist er guter Dinge, mit dem neuen Nutzer eine Einigung erzielen zu können.

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