Niederzier bliebt 2019/20 schuldenfrei und investiert kräftig

Niederzier bleibt schuldenfrei : Bürgermeister Heuser kündigt Investitionen auf Rekordniveau an

„Unser gemeinsames Ziel sollte es sein, weiter Wachstum zu generieren und Niederzier als Gemeinde für gutes Wohnen, Arbeiten und Leben weiterzuentwickeln.“ Mit diesen Worten legte Bürgermeister Hermann Heuser (SPD) dem Rat am Donnerstagabend den Entwurf des Doppelhaushalts 2019/20 vor, der in den kommenden beiden Jahren Investitionen von knapp 16 Millionen Euro vorsieht – ein Spitzenwert in der Geschichte der weiterhin schuldenfreien Gemeinde Niederzier, wie Heuser betonte.

Obwohl die Kommune aufgrund ihrer hohen (Gewerbe-)Steuereinnahmen in den vergangenen beiden Jahren für 2019 keine Schlüsselzuweisungen des Landes erhält, dafür aber eine extrem hohe Kreis- und Jugendamtsumlage abführen muss, kann der Wachstumskurs fortgesetzt werden.

Allein im laufenden Jahr will Heuser knapp sechs Millionen Euro investieren. Das ausgewiesene Haushaltsdefizit von annähernd sieben Millionen Euro kann alleine durch die Überschüsse der Jahre 2017 und 2018 aufgefangen werden. Das Eigenkapital, auch Allgemeine Rücklage genannt, in Höhe von 40,37 Millionen braucht nicht angetastet zu werden. Im Gegenteil: Schon 2020 rechnen Heuser und sein Kämmerer Jürgen Zantis wieder mit einem Überschuss von 150.000 Euro, der bis 2023 sogar auf mehr als 2,6 Millionen Euro steigen soll.

Im Detail will Heuser bis zum Ende der Wahlperiode im Oktober 2020 noch eine Vielzahl von Maßnahmen realisieren beziehungsweise auf den Weg bringen: die seit Jahren angestrebte Erweiterung des Gewerbegebietes Rurbenden/Talbenden und die Erschließung und den Endausbau neuer Baugebiete in Ellen, Hambach und Huchem-Stammeln. „Wir werden uns intensiv an der Wachstumsoffensive des Kreises beteiligen“, kündigte Heuser an. Dazu kommen der Neubau der Feuerwehrgerätehäuser für die Löschgruppen Niederzier und Oberzier im Weiherhof-Quartier und für die Löschgruppe Huchem-Stammeln an der B 56, der Neubau eines dreigruppigen Kindergartens in Huchem-Stammeln sowie die Erweiterung der Kita in Ellen um eine Gruppe. Um dem weiter steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen gerecht zu werden, ist auch ein Anbau an der Offenen Ganztagsgrundschule in Niederzier geplant.

Den Umbau der Sportanlage Hambach (Stichwort: Kunstrasen) steht ebenso auf der Agenda wie die Planung eines neuen Fußballplatzes in Huchem-Stammeln. Darüber hinaus will sich Heuser mit der Gemeinde auch weiter am Breitbandausbau beteiligen, der steigenden Nachfrage nach Urnenbestattungen mit neuen Kammer-Anlagen auf den Friedhöfen in Ellen, Hambach und Krauthausen gerecht werden und dringend erforderliche Sanierungen am Rathaus angehen.

Aber der Bürgermeister weist auch auf einige Unwägbarkeiten hin: Voraussetzung für die aufgezeigte Finanzentwicklung und die daraus resultierenden Investitionen sei, „dass die Belastungen aus der ohnehin vergleichsweise hohen Kreis- und Jugendamtsumlage proportional nicht weiter steigen“.  Auch seien die von Bund und Land zugesagten Entlastungen im Flüchtlings- und Sozialbereich abzuwarten. Weniger Sorgen sollte angesichts der zuletzt großen Nachfrage die Vermarktung der Baugebiete bereiten.

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