Nideggener Autoren über erfolgreichen Bürgerprotest und Eifel-Sagen

Neue Bücher von Nideggener Autoren : Erfolgreicher Bürgerprotest und Sagen aus der Eifel

Drei Autoren, zwei Bücher, eine Leidenschaft: Von den Nideggener Autoren Siegfried Genreith sowie Margot und Hans-Joachim Groß sind gerade zwei neue Bücher erschienen. Inhaltlich liegen zwischen den Büchern aber Welten.

Siegfried Genreith sowie Margot und Hans-Joachim Groß haben drei Gemeinsamkeiten: Alle kommen aus Nideggen, alle lieben das Schreiben und alle haben in diesem Sommer ein Buch veröffentlicht, das im Eigenverlag beziehungsweise bei „Books on Demand“ erschienen ist. Damit ist es mit den Gemeinsamkeiten aber auch schon vorbei. Inhaltlich liegen zwischen Genreiths „Ignoriert, ausgelacht und abgezogen – ein Politthriller“ und „Allerley Kurzweil aus unserer Eifel“ von Margot und Hans-Joachim Groß Welten.

Siegfried Genreith ist von Beruf Mathematiker und hat schon mehrere Bücher geschrieben, die meisten seiner fiktiven Romane sind unter dem Pseudonym Friedeges Henger erschienen. Sein neues Werk ist kein fiktiver Roman. Genreiths schildert darin vielmehr die Geschichte der Proteste, die sich am ehemaligen § 61a des Landeswassergesetzes von 2007 entzündet haben. Damals plante die Politik, so genannte Dichtigkeitsprüfungen privater Abwasserohre für Privathaushalte verpflichtend einzuführen.

Genreith gründete seinerzeit die NRW-weite Bürgerbewegung „Alles dicht in NRW“, der es letztlich zu verdanken ist, dass das Gesetz gekippt wurde. „Eigentlich“, sagt Genreith, „war das Thema Dichtigkeitsprüfung für mich im Jahr 2013 erledigt. Als ich im vergangenen Jahr beim Aufräumen alte Unterlagen gefunden habe, ist mir aber noch einmal klar geworden, wie spannend unser Protest damals war. Und so habe ich mich entschlossen, das Buch zu schreiben.“

Nideggener Autoren: Margot und Hans-Joachim Groß stellen ihre gerade erschienen Bücher vor. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Siegfried Genreiths Werk erzählt die Geschichte seiner Protestbewegung, er veröffentlicht aber auch viele Mails, die er an Politiker geschrieben, beziehungsweise von ihnen bekommen hat. „Wer das Buch liest, sieht wie politische Entscheidungen zustande kommen. Und es verdeutlicht noch einmal das Spannungsverhältnis zwischen Politikern und den Sorgen der betroffenen Bürger. Zu guter Letzt zeigt mein Buch aber auch, dass es Sinn macht, sich zu wehren und Protest auch zum Erfolg führen kann.“

In der jüngsten Veröffentlichung von Margot und Hans-Joachim Groß geht es nicht um Politik und Protest, es geht vielmehr um Sagen und Geschichten aus der Eifel. „Allerley Kurzweil aus unserer Eifel“ ist bereits der dritte Band, den das Ehepaar Groß herausgebracht hat. Die beiden anderen heißen „Nideggen im Mittelalter“ und „Sagen und Geschichten in und um Nideggen“. Vor neun Jahren ist Margot Groß, die mit ihrem Mann auch als Stadtführerin in Nideggen unterwegs ist, Mitglied des Heimat- und Geschichtsvereins geworden.„Ich wollte mich aktiv einbringen und nicht nur den Beitrag bezahlen“, sagt sie. Und so haben sie und ihr Mann angefangen, Geschichten zu sammeln. „Es ist uns wichtig“, sagt Hans-Joachim Groß, „die Sagen und Geschichten aus unserer Region für die Menschen zu erhalten, bevor sie in Vergessenheit geraten.“

Häufig im Archiv

Das Ehepaar ist häufig im Stadt- und Kreisarchiv Düren auf der Suche nach neuen Geschichten, dort befindet sich nämlich auch das Archiv der Stadt Nideggen. Viele Geschichten werden den beiden aber auch zugetragen. Manche Sagen entdecken sie rein zufällig. Ihre neue Geschichtensammlung umfasst 80 Erzählungen und viele Bilder.

Margot Groß: „Darin geht es um kuriose, lustige, aber auch gruselige Ereignisse aus Vergangenheit und Gegenwart der Nordeifel.“ Zum Beispiel die Geschichte von Hackemanns Tring, die mit frisch gebackenen Reibekuchen den Hautausschlag auf dem Kopf ihres Sohnes behandelt hat. Dummerweise wusste das ihr Besuch nicht, der die leckeren Kartoffelpuffer alle verputzt hat – obwohl sie schon zweimal auf dem Ausschlag gelegen hatten... Fast alle Geschichten und Sagen haben Margot und Hans-Joachim Groß mit eigenen Fotografien und Zeichnungen illustriert.

Übrigens haben weder das Ehepaar Groß noch Siegfried Genreith versucht, für ihre Bücher einen Verlag zu finden. Beiden war es wichtig, in Sachen Gestaltung und Inhalt vollkommen frei entscheiden zu können – ohne den Einfluss und die Vorgaben eines professionellen Lektors.

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