Schützenfest in Nideggen: Zwei Könige in einem Verein

Schützenfest in Nideggen : Zwei Könige in einem Verein

Hohe oder sonnige Temperaturen konnten die zahlreiche Gäste und Besucher nicht davon abhalten, zum Schützenzelt am Zülpicher Tor zu kommen. Die Nideggener Schützenbruderschaft feierte das Ende des viertägigen Schützenfestes mit einem lauten Knall.

Ein Feuerwerk zum Abschluss des Festes, aber auch zum Beginn der Amtszeit eines neues Königsgespanns: Sebastian Schmidt (27) ist Schützenkönig, gleichberechtigt neben ihm steht sein Bruderkönig Henrik Macherey (22). Macherey und Schmidt lösen das bisherige Königspaar Frank und Natascha Schüßeler ab.

Die Möglichkeit, dass es zwei gleichberechtigte Könige in einem Verein geben kann, ist historisch- und traditionsbedingt. Im Jahr 1848 schlossen sich die weltliche und die kirchliche Schützenbruderschaft in Nideggen zusammen. Beide Seiten stellten jedoch weiterhin Jahr für Jahr ihren eigenen König. Diese alte Tradition behält der Verein bei und kürt weiterhin auch zwei Majestäten. Die getrennten Vereine sind schon lange zusammengewachsen und zu einem Verein geschmolzen.

Schmidt und Macherey führen diese alte Tradition fort. Die beiden sind das drittjüngste Königsgespann seit den jüngeren Vereinsaufzeichnungen. Nur in den Jahren 2005 und 2011 konnten sie von noch jüngeren Königsduos unterboten werden. An der Königsproklamation am letzten Festabend nahm auch die eng befreundete Schützenbruderschaft aus Bürvenich teil.

Mit Feuerwerk und dem traditionellen Königsball ließen die Schützenbrüder den letzten Abend des Schützenfestes ausklingen. Musikalisch begleitet wurde der Abend von der vierköpfigen Liveband „Fulltime“. Um die Menschen vor dem Zelt zu erreichen, wurden Lautsprecher nach draußen gestellt. Bis in den späten Abend hinein wurde das Festzelt aufgrund der andauernden Hitze weitestgehend gemieden.

Ein weiterer Titel wurde auch diesem Jahre wieder vergeben. Seit einigen Jahren kürt die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft eine Schülerprinzen. Ole Hahne konnte in diesem Jahr die Prinzenwürde gewinnen. Nach einem finalen Stechen im Laserschießen wurde Hahne der Schülerprinz der Nideggener Bruderschaft.

In Zeiten von Mitgliederschwund und Nachwuchssorgen bei vielen Ortsvereinen, zeichnet sich dieses Problem nicht bei den Schützen aus Nideggen ab. Es mangelt nicht an jungen Nachwuchsschützen, die engagiert und motiviert im Verein aktiv sind. So werden die St.-Sebastianus-Schützen auch im nächsten Jahr wieder zwei Könige oder ein Königspaar küren. Solange können Sebastian Schmidt und Henrik Macherey ihre befristete Königswürde noch auskosten.

(tj)
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