Nideggen-Berg ist der Steinkauz-freundlichste Ort im Kreis

Zum vierten Mal in Folge ausgezeichnet: Beachtlich und beispielhaft

Nideggen-Berg war 2018 im vierten Jahr hintereinander das Dorf im Kreis Düren, in dem die meisten jungen Steinkäuze das Licht der Welt erblickten und erfolgreich großgezogen wurden.

Um das Engagement der Bürger zu würdigen und als Ansporn für die kommenden Jahre, hat die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) den Ort als erstes „steinkauzfreundliches Dorf“ im Kreis Düren ausgezeichnet und Ortsvorsteher Manfred Hurtz in einer Feierstunde eine Plakette überreicht.
Achim Schumacher ist seit sieben Jahren für die EGE tätig und begrüßte die Gäste im Schulungsraum der Feuerwehr in Nideggen-Berg, darunter den parteilosen Bürgermeister der Stadt Nideggen, Marco Schmunkamp, und Maria Hinz von der Biologischen Station des Kreises Düren sowie Landwirte, Pferde-,Rinder- und Schafhalter, Grundstückseigentümer und ehrenamtliche Steinkauzschützer. „Was in Nideggen-Berg für den Schutz der Steinkäuze geleistet wird, ist beachtlich und beispielhaft“, sagte Schumacher.

Doris Siehoff, seit 2006 hauptverantwortlich für das Steinkauzprojekt der EGE im Kreis Düren, stellte mit einer Präsentation die Steinkäuze und ihren Lebensraum vor und erläuterte Gefahren des Alltags und mögliche Schutzmaßnahmen, die jeder Bürger durchführen kann. „Leider werden in NRW neben den Feldvogelarte auch die Steinkäuze Jahr für Jahr weniger“, sagt Siehoff. Dies hätten Bestandserfassungen ehrenamtlicher Steinkauzschützer und des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW in den Jahren 2003, 2010 und 2016 ergeben. Der Verlust sei vor allen Dingen auf den Verlust von Lebensraum durch neue Baugebiete, Straßenbau, Verlust von alten Obstbäumen, in denen Steinkäuze nisten, und der Aufgabe von Beweidung zurückzuführen.

Die Steinkäuze brauchen kurzgrasiges Grünland, um Mäuse jagen zu können. Eine weitere Gefahr besteht im Ertrinkungstod in offenen Wasserbehältern auf Weideflächen.

Maria Hinz vom Leader-Projekt „Dorf-Bio-top“ präsentierte steinkauzsichere Viehtränken, die die biologische Station Interessierten zur Verfügung stellen kann. In eine normale Tränke werden formgleiche Körbe eingehängt, sodass die Vögel hinausklettern können.

Nideggen-Berg zeichnet sich durch Erhaltung von beweidetem Grünland, Pflege von Obstbäumen und Anbringen von Nisthilfen aus. In und um Berg herum gibt es acht besetzte Brutplätze beziehungsweise -reviere und drei weitere potenzielle. Doris Siehoff überreichte die Plakette an Ortsvorsteher Manfred Hurtz. Der sagte:„Ich bin selbst überrascht und hoffe, dass es so weitergeht.“ Bürgermeister Marco Schmunkamp fand im Anschluss an die Präsentation die passenden Worte: „Der Vortrag war sehr erhellend. Wir leben in einer Region, die sich durch Tourismus und Artenvielfalt auszeichnet. Die Plakette setzt ein passendes Signal für Nideggen-Berg. Ich bin viel draußen unterwegs, höre auch die Rufe des Steinkauzes. Die Bürger und Landbesitzer tun viel dazu,“ Der Bürgermeister versprach, bemi weiteren Anbringen von Nisthilfen selbst zu helfen: „Ich klettere auch gerne auf die Leiter, um den Kasten aufzuhängen.“
Auch Gotthard Kirch, Geschäftsführer von Rureifel Tourismus, bot seine Unterstützung an: „Die Ideen-Mühle dreht sich.“ Eine Kooperation mit den regionalen Schulen und Kindergärten und Dorfrundgängen bezi9ehungsweise Exkursionen sind in Planung. „Nideggen-Berg hat noch kein Wappen. Vielleicht findet der Steinkauz dort seinen Platz“, war man sich in der Runde einig.

(mie)
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