Spielfreude und Eleganz: Neujahrskonzert des Konzertforums „Cappella Villa Duria“

Spielfreude und Eleganz : Neujahrskonzert des Konzertforums „Cappella Villa Duria“

Und am Ende der Kaiserwalzer! Mit einem großartigen Konzert ist das Dürener Konzertforum „Cappella Villa Duria“ (CVD) am Sonntag im ausverkauften Haus der Stadt ins neue Jahr gestartet und hat damit gleichzeitig auch sein Jubiläumsjahr eingeläutet.

Am 21. Juni 1994, also vor 25 Jahren, hat nämlich das erste Konzert der von Johannes Esser gegründeten Initiative stattgefunden, seitdem hat sich das städtische Konzertforum stetig weiterentwickelt.

In guter Tradition der Wiener Philharmoniker endete das Neujahrskonzert mit drei bekannten Werken von Johann Strauß, nämlich „Künstlerleben“, „Banditengalopp“ und eben dem „Kaiserwalzer“. Bei allen drei Stücken glänzte das Orchester mit viel Spielfreude, großer Leichtigkeit und Eleganz. Aber auch schon zuvor konnten die Musiker unter dem Dirigat von Esser mehr als begeistern.

Eröffnet wurde der schwungvolle Abend mit der „Akademischen Festourvertüre“, die Johannes Brahms im Jahr 1880 komponiert hat, als er die Ehrendoktorwürde der philosophischen Fakultät der Universität Breslau bekommen hat. Zum Dank an die Professoren von damals und zur Freude des Publikums von heute spickte Brahms sein Werk mit verschiedenen Studentenliedern – zum Beispiel dem berühmten „Gaudeamus igitur“ als großes Finale.

Der erst 15-jährige Pianist Orenc Graca gab sein Orchesterdebüt. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Orchesterdebüt

Höhepunkt des Konzertes war aber ohne Zweifel das Orchesterdebüt des erst 15-jährigen albanischen Komponisten Orenc Graca, der in Düren mit Robert Schumanns Konzert für Klavier und Orchester in a-moll glänzte. Der junge Mann, der von dem Langerweher Pianisten und Klavierlehrer Heribert Koch unterrichtet wird, begeisterte mit einer unglaublichen Technik und einer hohen Musikalität.

Es war beeindruckend zu sehen, mit welcher Souveränität Orenc Graca selbst die schwierigsten Passagen des Werkes beherrschte. Aber es war nicht nur die Virtuosität, mit der der Jugendliche das Publikum in seinen Bann zog: Der Junge Mann meisterte auch die gefühlvollen und romantischen Passagen des Klavierkonzertes mit großer Hingabe, viel Verständnis für die Musik und vor allem viel Können.

Komplettiert wurde das Konzertprogramm mit Franz von Suppés Ouvertüre zu „Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien“ und zwei Werken von Jacques Offenbach, nämlich Teilen der Oper „Hoffmanns Erzählungen“ und der Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt“.

Insgesamt hat Johannes Esser sich bei seiner Programmgestaltung ausnahmslos für Werke entschieden, die den Zuschauern schon nach den ersten Takten ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Klar, dass es am Ende eines wirklich hochkarätigen Musikabends den Wunsch nach der einen oder anderen Zugabe gab. Am Ende wurden es gleich drei, die sich – natürlich – auch perfekt in die Tradition der Wiener Neujahrskonzerte einreihten, nämlich der „Radetzky-Marsch“ von Johann Strauß (Vater), der „Pizzicato Polka“ und „Unter Blitz und Donner“ (beide von Johann Strauß).

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