Neues Gewerbegebiet in Langerwehe soll ab 2020 vermarktet werden

Vermarktung des neuen Gewerbegebiets : Göbbels: „Für Gespräche mit der Stadt Düren offen“

Das neue Gewerbegebiet in Langerwehe soll nach Aussagen von Bürgermeister Heinrich Göbbels (CDU) ab dem kommenden Jahr vermarktet werden. Überrascht zeigte sich Göbbels von einer neuerlichen Offerte aus Düren, das Areal gemeinsam zu vermarkten.

Stefan Weschke, Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Düren, hatte erst jüngst bei der Vorstellung eines Strategiepapieres seiner Partei erklärt, mit Blick auf das interkommunale Gewerbegebiet noch einmal einen Vorstoß in Richtung Langerwehe zu wagen, denn, so hatte Weschke es formuliert, „Windräder sehe ich an der A4 im ehemals gemeinsam geplanten Gewerbegebiet bis heute nicht und wir brauchen dringend neue Industriearbeitsplätze“.

Zum Hintergrund: Bereits im Jahr 2014 hatten die beiden Bürgermeister Göbbels (Langerwehe) und Paul Larue (CDU, Düren) ihre Pläne für ein interkommunales Gewerbegebiet erstmals öffentlich vorgestellt. Damals war von einem 110 Hektar großen Gebiet die Rede, die beiden Verwaltungschefs waren zuversichtlich, 2018 erste Fläche verkaufen zu können. Das hat bekanntermaßen nicht funktioniert. Im Juli 2016 hat der Langerweher Gemeinderat beschlossen, die potenziellen Gewerbeflächen auf dem Gebiet der Gemeinde ohne die Stadt Düren zu vermarkten. Als offizielle Gründe nannte Göbbels seinerzeit unterschiedliche Auffassungen mit Blick auf Windkonzentrationsflächen und die Vermarktung des Gebietes. Langerwehe ist stattdessen eine Kooperation mit RWE und der Indeland GmbH eingegangen. Passiert ist seitdem nicht viel, jedenfalls nicht viel, was für den Bürger ersichtlich ist.

Heinrich Göbbels: „Für die ersten neun Hektar des geplanten Gewerbegebietes gibt es einen Aufstellungsbeschluss. Ich denke, dort sollte es spätestens 2020 losgehen.“ Diese neun Hektar Land gehören bereits dem Bergbautreibenden. Für die weiteren 55 Hektar mögliche Gewerbefläche, die auch auf dem Gebiet der Gemeinde Langerwehe liegen, ergänzt Göbbels, seien fast alle Grundstücke mittlerweile ebenfalls im Besitz von RWE. „Da fehlt nicht mehr viel“, betont der Verwaltungschef. Gleichzeitig gäbe es fast täglich Anfragen von Unternehmen, die sich in Langerwehe niederlassen wollten. „In Absprache mit allen Beteiligten werden diese Anfragen gebündelt und zu gegebener Zeit wird darüber entschieden.“ Was das genau heißt, konnte Göbbels nicht sagen. Nur so viel: „Es gibt die Auflage von der Bezirksregierung, das Gebiet von Langerwehe in Richtung Autobahn zu erschließen und nicht umgekehrt. Aber zunächst müssen uns natürlich alle Flächen gehören.“

Ein Windrad im Luchemer Feld

Göbbels ist nach wie vor davon überzeugt, dass die Entscheidung seiner Gemeinde, die neuen Gewerbeflächen nicht mit der Stadt Düren, sondern mit RWE und der Indeland GmbH zu realisieren, richtig war. „Für mich“, sagt Göbbels, „ist die Indeland GmbH der Motor des Strukturwandels. Deswegen ist es gut, dass die unser Partner sind.“ Gleichwohl sei er natürlich zu erneuten Gesprächen mit der Stadt Düren bereit. „Ich bin grundsätzlich ein Gegner davon, mich Gesprächen zu verwehren. Aber ich sage auch sehr deutlich, dass wir an unseren bisherigen Partnern natürlich festhalten. Wir werden nicht wortbrüchig. Und ich gebe zu bedenken, dass die Stadt Düren nicht Mitglied der Indeland GmbH ist. Da sehe ich eine Schwierigkeit. Die Aussage von Herrn Weschke erstaunt mich wirklich.“ 

Was die Windkraftanlagen angeht, erklärt Göbbels weiter, werde demnächst ein großes Windrad im Luchemer Feld gebaut. „Dort sind alle Vorbedingungen geklärt. Es kann losgehen.“

Was das Gelände „Balduin-Dreieck“ (gegenüber dem Aldi-Markt) angeht, soll noch vor Ostern der Edeka-Markt eröffnen. Ein großer Autozubehörbetrieb hat bereits eröffnet. Außerdem laufen bereits die Arbeiten für den Holzwerkstoff-Handel Spahn. Darüber hinaus soll auf dem ebenfalls neun Hektar großen Gelände ein Discounter entstehen. Dem Vernehmen nach will Lidl einen Markt in Langerwehe etablieren.

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