Neues Gerätehaus für die Feuerwehr in Niederzier

Vier-Millionen-Euro-Projekt : Neues Feuerwehrgerätehaus für Oberzier und Niederzier

Die Feuerwehrgerätehäuser der Löschgruppen Niederzier und Oberzier sind sichtlich gealtert. Wehrleiter Markus Wirtz spricht von einer Ausstattung, die dem Stand der frühen 70er Jahre entspricht und längst nicht mehr zeitgemäß ist.

Vor und nach Einsätzen müssen sich die ehrenamtlichen Einsatzkräfte in der selben Umgebung umziehen. Eine so genannte Schwarz-Weiß-Schleuse fehlt gänzlich, so dass Privatkleidung immer wieder in Kontakt mit benutzter Einsatzkleidung kommt.

Foto: Jörg Abels

Auch räumlich sind die Kapazitäten längst erschöpft, teilweise müssen Fahrzeuge vor den Hallen abgestellt werden. Das soll sich mit einem vier Millionen Euro teuren Neubau ändern.Seit langem bereits plant Bürgermeister Hermann Heuser (SPD) einen Neubau im Bereich „Neue Mitte“/„Weiherhofquartier“, der beide Löschgruppen zusammenführt und damit auch dem Wachstum der beiden Ortschaften gerecht wird.

Nach anfänglichen Bedenken aus Reihen der Ehrenamtler scheint nach einer Machbarkeitsstudie eines Rheinbacher Expertenbüros nun eine Lösung gefunden worden zu sein, die auf große Zustimmung der Freiwilligen stößt. Auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern soll zwischen Gesamtschule und Netto-Markt ein neues Feuerwehrgerätehaus entstehen mit direkter Zufahrt zur Niederzierer Straße (K2).

Der funktionale Zweckbau, der auch einer Großstadtwehr gut zu Gesicht stehen würde, soll L-förmig angeordnet werden. Die Wagenhalle bietet Platz für acht Einsatzfahrzeuge, über sieben verfügen die beiden Löschgruppen derzeit. Direkt dahinter sind auf Wunsch der Ehrenamtler Werkstatt- und Lagerräume vorgesehen, wie Dr. Markus Fischer vom Planungsbüro erklärt. Damit sich ausfahrende Einsatzfahrzeuge und mit Privat-Pkw eintreffende Feuerwehrleute nicht in die Quere kommen, sind zwei Ausfahrten vorgesehen. Ob die für die Einsatzfahrzeuge mit einer Bedarfsampel versehen wird, ist noch offen. „Das hängt von der Verkehrsdichte auf der K2 ab“, erklärte Heuser. Eine Ampel sei zwar kostenintensiv, „wenn sie erforderlich ist, werden wir aber auch daran nicht sparen“, kündigt der Bürgermeister an.

Im zweiten Gebäudeflügel sind neben einem gemeinsamen Schulungsraum separate Aufenthaltsräume für beide Löschgruppen vorgesehen, darüber hinaus verschiedene Büros. Verbunden werden Sozialtrakt und Wagenhalle mit dem Umkleidebereich, der die Schwarz-Weiß-Trennung garantiert und separate Räume, WCs und Duschen für Männer und Frauen vorsieht, die bisher auch nicht vorhanden sind.

Das Ganze hat seinen Preis. Fachplaner Markus Fischer rechnet mit reinen Baukosten von 3,3 Millionen Euro, die Gesamtkosten inklusive der technischen Einrichtung wird sich voraussichtlich auf knapp vier Millionen Euro belaufen. „Ein stolzer Betrag“, weiß auch Bürgermeister Heuser, der aber von einer Investition für die kommenden 50 bis 60 Jahre spricht, und die, das macht Wehrleiter Markus Wirtz deutlich, sicherlich auch die Attraktivität des Ehrenamtes steigern wird.

Die für den Bau erforderliche Änderung des Flächennutzungsplans hat der Gemeinderat bereits einstimmig auf den Weg gebracht. Die noch notwendigen Fachplanungen sollen bis Jahresende vergeben werden. Nach derzeitigem Stand soll 2019 mit dem Bau begonnen wird, die Fertigstellung ist für Sommer 2020 avisiert. Dann soll das alte Gerätehaus in Oberzier zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden, das in Niederzier wahrscheinlich verkauft werden.

Die Löschgruppe (LG) Niederzier besteht aktuell aus 38 Aktiven, darunter zwei Frauen, die LG Oberzier verfügt über 19 Aktive, darunter ebenfalls zwei Frauen. In beiden Gruppen wird die Jugendarbeit mit insgesamt 33 Jugendlichen groß geschrieben.

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