Arnoldsweiler/Merzenich: Neues Containertermina: Belastung oder Bereicherung?

Arnoldsweiler/Merzenich: Neues Containertermina: Belastung oder Bereicherung?

Historische Chance oder unzumutbare Belastung für die Anwohner? An den Containerterminal-Plänen der Rurtalbahn an der Bahnhauptstrecke Düren-Köln scheiden sich die Geister.

Obwohl für das ambitionierte Infrastrukturprojekt, das der Region zwischen 1500 und 1800 Arbeitsplätze in der zukunftsträchtigen Logistikbranche bescheren könnte, noch keine detaillierten Pläne vorgelegt wurden, geschweige denn ein offizielles Planungsverfahren eingeleitet wurde, hat sich bereits heftiger Widerstand in Form der Bürgerinitiative Arnoldsweiler/Merzenich formiert.

Die Gegner des 50-Millionen-Euro-Projekts befürchten nicht nur eine immense Lärmbelästigung rund um die Uhr, die angesichts der Höhenverhältnisse kaum mit Schutzmaßnahmen abgemildert werden könne, sondern auch einen erheblichen Zuwachs der Verkehrsbelastung.

Sorgen, die Rurtalbahn-Geschäftsführer Hans-Peter Nießen und dem Aufsichtsratsvorsitzenden und Landrat Wolfgang Spelthahn nicht verborgen geblieben sind. Alle bisherigen Versuche aber, die Kritiker zu besänftigen, liefen ins Leere. Weder die Ankündigung der Rurtalbahn-Planer, dass der An- und Abtransport der Container über die neue A4-Anschlussstelle Merzenicher Heide erfolgen werde, hat die Anwohner überzeugt, noch das Versprechen des Landrats: „Wir treten nicht an, um Ihnen die Lebensqualität zu nehmen, sondern um Sie zu entlasten”.

Spelthahn geht sogar noch einen Schritt weiter. Er geht davon aus, dass das Containerterminal als „Leuchtturmprojekt” für den Warenumtauschplatz Nordrhein-Westfalen ein Faustpfand sei, um vom Düsseldorfer Verkehrsministerium endlich die Finanzierung für die seit Jahren vergeblich von Bevölkerung und Politik geforderte Ortsumgehung Arnoldsweiler (L257n) zu bekommen.

Und Nießen weist darauf hin, dass das komplette Terminal ja elektrifiziert werden soll und verspricht: „Die Geräuschkulisse wird wesentlich geringer sein als die der bestehenden Bahnstrecke, auf der heute Güterzüge mit 100 Stundenkilometern durchrattern und Personenzüge des Fernverkehr vor dem Dürener Bahnhof stark abbremsen müssen. Rangiert werde im Übrigen mit einer Geschwindigkeit von maximal 25 km/h. So die geltende Gesetzeslage.

Um die Gegner doch noch mit ins Boot holen zu können - „Ohne die Bevölkerung werden wir keine Investoren finden - soll die ganze Idee jetzt einmal in einer 3-D-Animation visualisiert werden, kündigt Spelthahn an.

Der Verladebereich des geplanten Containerterminals soll aus vier bis fünf 750 Meter langen Parallelgleisen, zwei Lkw-Spuren und drei Kranbrücken bestehen. Dem Terminal vorgeschaltet werden muss ein Rangierraum von gleicher Länge. Zudem werden Containerstellflächen benötigt. Weitere Flächen für Logistikbetriebe sollen direkt am Terminal nicht ausgewiesen werden.

In der Region stehen rund 385.000 Quadratmeter bereits erschlossener Gewerbeflächen für die Ansiedlung von Betrieben zur Verfügung.

Um ein seefernes Hinterlandterminal wirtschaftlich betreiben zu können, bedarf es erfahrungsgemäß eines Durchlaufs von 200.000 Containern pro Jahr. Dafür müssten täglich zehn Güterzüge mit jeweils 80 Containern be- oder entladen werden. 400 Lastwagen würden dazu benötigt.

Mehr von Aachener Nachrichten