Niederau: Neuerliche Probleme nach dem Kanaleinsturz in der Renkerstraße

Niederau : Neuerliche Probleme nach dem Kanaleinsturz in der Renkerstraße

Nach dem Kanaleinsturz Anfang Mai wird die seitdem vollgesperrte Renkerstraße am Sonntagvormittag wieder in beiden Richtungen für den Verkehr freigegeben. Das haben der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) und die Stadt Düren bekanntgegeben. Allerdings werden verengte Fahrspuren angelegt, weil der marode Kanal nicht überfahren werden soll, so dass extrem breite Fahrzeuge den Bereich weiterhin meiden sollen.

Auch gilt aufgrund der aufgebauten Heberleitung eine Höhenbeschränkung von vier Metern. Im Bereich der Baustelle wird zudem Tempo 30, stellenweise auch Schrittgeschwindigkeit angeordnet, teilt WVER-Sprecher Marcus Seiler mit.

Dass sich die Freigabe noch einmal verzögert hat — ursprünglich sollte die Renkerstraße vor Beginn der Annakirmes wieder freigegeben werden —, liegt an Problemen mit dem Grundwasser beim Bau eines neuen Kanalschachtes.

Bereits am Montag war es zu einem unschönen Zwischenfall gekommen. Plötzlich hatten Anwohner im Bereich „Im Kleffert/Renkerstraße“ Abwasser in ihren Häusern stehen. Was war passiert? Beim Bau des Einleitungsschachtwerks für die Heberleitung im Ruruferradweg musste der WVER vorübergehend das Abwasser im Kanal mit einer sogenannten Blase zurückhalten, um es dann mit Hilfe einer Pumpe um die Schachtgrube herumzuführen. Dabei dauerte es offenbar zulange, bis die Pumpe ansprang, berichtet Seiler. Die Folge: Das Abwasser staute sich derart weit zurück, dass es zentimeterhoch in die Keller von elf Häusern eindrang. Auch das Krankenhaus Lendersdorf war betroffen. In einem Haus muss sich die stinkende, braune Brühe sogar durch die Toilette im Erdgeschoss bis in Wohnzimmer und Küche ergossen haben.

Zwar war der zuständige WVER-Ingenieur direkt vor Ort, berichtet Seiler, aber „wir haben natürlich keine Arbeitstrupps für diese Fälle“. Auch die von einigen Anwohnern gerufene Feuerwehr konnte nicht helfen, so dass die Betroffenen die braune Brühe erst einmal selber aus den Häusern bringen mussten.

„Bei einer Bürgerversammlung am Dienstagabend haben wir allen Betroffenen zugesagt, für die entstandenen Schäden aufzukommen“, berichtet Seiler. Ein Gutachter werde sich zeitnah die Schäden ansehen, die dann zügig repariert werden sollen, versprach der WVER-Sprecher. „Natürlich steht es den Betroffenen auch frei, sich einen eigenen Gutachter zu nehmen.“

(ja)
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