Neuer Träger für die Langerweher Gemeindebücherei gesucht

Gemeinebücherei Langerwehe : Bibliothek für die Öffentlichkeit geschlossen

Jetzt ist es amtlich: Die Langerweher Gemeindebücherei ist nur noch eine reine Schulbibliothek der Europaschule – jedenfalls vorläufig. Für Bürger ist sie bis auf Weiteres geschlossen.

Im Rahmen der von der CDU angestoßenen Diskussionen, alle gemeindlichen Einrichtungen, also neben der Bücherei auch das Töpfereimuseum und die Kulturhalle auf den Prüfstand zu stellen, hatte der Gemeinderat bereits im Mai gegen die Stimmen der Gründen und der SPD/FDP-Faktionsgemeinschaft beschlossen, die Bücherei, die schon immer ihre Räume auf dem Gelände der Gesamtschule hatte, an einen anderen Träger zu übergeben. Damals hatten auch engagierte Bürger ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt, einen Förderverein zu gründen, der die Trägerschaft der Bücherei übernimmt. 

Hans-Jürgen Knorr, Grünen-Fraktionsvorsitzender: „Die Gründung dieses Fördervereins ist gescheitert, auch weil das finanzielle Risiko als sehr hoch eingeschätzt wurde.“ Der neue Verein, ergänzt Knorr, sollte die Sachkosten der Bücherei in Höhe von rund 7000 Euro pro Jahr übernehmen. „Dazu waren die Bürger, die sich für den Erhalt der Bücherei engagieren wollten, nicht bereit.“

Falsche Entscheidung

Um die Bücherei dennoch retten zu können, hatten die Grünen in der jüngsten Ratssitzung beantragt, die Bibliotheks-Sachkosten doch in den gemeindlichen Haushalt auzunehmen. Das hat die CDU-Mehrheitsfraktion abgelehnt. Knorr: „Mit der Schließung der Bücherei spart die Gemeinde 7000 Euro jedes Jahr. Die restlichen Kosten bleiben erhalten. Für uns ist das der absolut falsche Weg, weil der Wert einer Bücherei für eine Gemeinde wie Langerwehe gar nicht hoch genug einzuschätzen ist.“ Gerade in Zeiten, in denen zunehmend eine schwindende Lese- und Schreibkompetenz bei vielen Kindern zu beaobachten sei, sei die Schließung einer Bücherei die falsche Entscheidung.

Knorr: „Natürlich wird argumentiert, dass es in Schlich ja noch eine Pfarrbibliothek gibt. Fakt bleibt aber, dass die Menschen aus Langerwehe in Zukunft fahren müssen, wenn sie in die Bücheei möchten. Es fällt auf, dass immer im Bereich Kultur und Bildung gespart wird. Das ist nicht gut.“

Die Sachaufwendungen, ergänzt Knorr, seien zudem nur ein kleiner Teil der Kosten, den die Bücherei verursachen würde. „Die Personalkosten bleiben in voller Höhe erhalten, weil niemand entlassen werden soll. Sie werden lediglich vom Bereich der Gemeindebücherei in den der Gesamtschule verschoben. Für uns ist das praktisch eine Nullnummer.“

Für die Langerweher Christdemokraten ist das aber der entscheidende Punkt.Fraktionsvorsitzende Astrid Natus-Can: „Es geht überhaupt nicht darum, dass es unser Wunsch ist, die Bücherei zu schließen. Das wollen wir gar nicht.“ Tatsache sei aber, dass die Gemeinde ihre freiwilligen Leistungen deutlich reduzieren muss. „Dass die Gemeindebücherei jetzt nur noch eine Schulbibliothek ist, bedeutet, dass sie keine freiwilligen Leistungen mehr verursacht. Se ist Teil des Schulhaushaltes und nicht mehr des Gemeindeetats.“ Gleichwohl, ergänzt die CDU-Politikerin, sei man weiterhin auf der Suche nach Menschen, die bereit seien, eine Förderverein zu gründen.

9500 Euro investiert

„Wir wollen andere Menschen in die Verantwortung nehmen und würden uns freuen, wenn uns das gelingt. Denn natürlich ist die Bibilothek ein wichtiger Teil unseres Gemeinwesens.“ 

Erst vor gut einem Jahr hatte die Gemeindebücherei sich dem Projekt „Onleihe Region Aachen“ beteiligt und ihren rund 700 Nutzern so die Möglichkeit gegeben, sich via Internet aus mehr als 10.000 digitalen Medien von insgesamt 14 Bibliotheken zu bedienen. 9500 Euro hat die Bücherei damals investiert. 60 Prozent hat das Landesfamilienministerium übernommen, der Rest wurde aus dem Büchereietat und mit Spenden finanziert.

Mehr von Aachener Nachrichten