Niederzier: Neuer Kunstrasenplatz soll nach Niederzier, nicht nach Hambach

Niederzier : Neuer Kunstrasenplatz soll nach Niederzier, nicht nach Hambach

Sportlich haben die sechs Fußballvereine der Gemeinde Niederzier jahrzehntelange Rivalität und Kirchturmdenken zumindest im Jugendbereich längst abgelegt, um den Kindern und Jugendlichen einen geordneten Spielbetrieb in allen Altersklassen zu ermöglichen.

Jetzt aber, da die Gemeinde die Arbeit des künftigen „Jugendfördervereins Sophienhöhe“ mit dem Bau eines neuen Kunstrasenplatzes für 590.000 Euro unterstützen will, tun sich neue Gräben auf. Streitpunkt ist der Standort des neuen Fußballfeldes, wobei nur zwei Stellen infrage kommen: die bisherigen Aschenplätze des Hambacher SV und des SV Niederzier, interessanterweise den beiden Initiatoren der Jugendfußballkooperation im Jahr 2011.

Die Gemeinde hat ein Sportstättenkonzept vorgelegt, das Bürgermeister Hermann Heuser (SPD) ausdrücklich ein „Diskussionspapier“ nennt. Darin kommt die Verwaltung jedoch zu dem Schluss, dass der Standort Niederzier der bessere ist. Der dortige Aschenplatz sei ohnehin sanierungsbedürftig, die Nähe zur direkt angrenzenden Grundschulturnhalle garantiere neben dem neuen Sportheim des SVN eine ausreichende Zahl an Umkleidekabinen und das vorhandene Flutlicht müsste nicht umgesetzt werden. Vor allem aber spricht die Größe des Platzes aus Sicht der Verwaltung gegen den vom HSV beantragten Bau eines Kunstrasens auf dem kleinen Hambacher Aschenplatz, der gerade einmal die DFB-Mindestmaße hat, aufgrund tektonischer Störungen nicht vergrößert werden kann und daher für ein paralleles Training mehrerer Teams ungeeignet sei.

Zudem verfüge der HSV über „den wohl schönsten Rasenplatz im Kreis Düren“, betonte Heuser, während der in Niederzier seit Jahren ein Maulwurfproblem hat. Argumente, die auch den Gemeindesportverbandsvorsitzenden Thomas Esser für Niederzier votieren lassen, die den Hambacher Ortsvorsteher Klaus-Peter Graß (SPD) und den aus Hambach stammenden CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Armin Grossek im Schul-, Sport- und Kulturausschuss aber nicht überzeugen konnten. Dabei gehe es aus Sicht von Grossek nicht um ein Entweder-Oder, sondern um eine Gleichbehandlung, zumal der HSV seit Jahren das klassenhöchste Seniorenteam in der Gemeinde stelle.

Aschenplätze aufgeben

Eine Entscheidung über den noch für diesen Sommer geplanten Bau des neuen Kunstrasenplatzes wurde bis zur Ratssitzung am 8. März vertagt, wobei sich SPD-Fraktionschef Johannes Komp bereits im Namen der Ratsmehrheit für den Standort Niederzier ausgesprochen hat. Die SPD regte an, im Konzept festzuhalten, dass die vorhandenen Naturrasenplätze solange wie möglich unterhalten werden. Wenn aber der Sanierungsbedarf einmal zu groß werde und der Bedarf weiterhin vorhanden sei, könne man durchaus auch über einen Kunstrasen in Hambach nachdenken.

Ziel der Gemeinde ist es, auch mit Blick auf den Haushalt, die besonders pflegeintensiven und von den Fußballern ohnehin nicht sonderlich geliebten Aschenplätze mittelfristig aufzugeben. Die perspektivisch vielleicht sechs bis acht Seniorenteams der sechs Vereine könnten in den Wintermonaten problemlos die beiden Kunstrasenplätze in Niederzier und Oberzier nutzen, später auch einmal einen dritten in Huchem-Stammeln. Dort soll am Ortsrand ein weiterer Platz entstehen.

Denn im Zuge des neuen Flächennutzungsplans will die Gemeinde auf dem Gebiet des vorhandenen Fußballplatzes an der Karolingerstraße ein Wohnquartier ausweisen. Allerdings gestaltet sich die Suche nach einem alternativen Standort schwierig. Es zeichnet sich ab, dass die Errichtung an der Grundschule aus Lärmschutzgründen nicht möglich ist. Bleibe als Alternative der bisherige RWE-Sportplatz im Gewerbegebiet.

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