Düren: Neuer Chef der CDU will als Mannschaftsspieler auftreten

Düren: Neuer Chef der CDU will als Mannschaftsspieler auftreten

„Politik”, sagt Thomas Floßdorf, „Politik ist manchmal wie Fußball.” Es brauche ein gutes Mannschaftsspiel. Als er diesen Satz zum Ende seiner Rede spricht, brandet Beifall auf. Floßdorf lächelt, setzt sich, um kurz später wieder aufzustehen: Jetzt ist er neuer Parteivorsitzender der Dürener CDU, der jüngste, den die Christdemokraten an der Rur bisher hatten. Floßdorf ist 35.

Er sagt, er wolle die 20- bis 40-Jährigen ansprechen, speziell die, eine Generation, die parteipolitisch nur schwer zu erreichen sei. Eine seiner ersten Amtshandlungen soll deshalb ein Engagement im sozialen Netzwerk Facebook sein. Floßdorf will weiter Frauen in Führungspositionen sehen und betont, eine Frauenquote brauche seine Partei nicht. Schon jetzt besteht der Vorstand zur Hälfte aus weiblichem Personal. Er sagt, er wolle sich weiter auf seinen Schwerpunktfeldern Jugend und Familie tummeln, sich für starke Stadtteile einsetzen, für eine starke City und für eine sicherere Innenstadt.

Das alles verkündet der Gymnasiallehrer in seiner Rede; er ist der einzige Bewerber. Schließlich erhält er 69 von 71 möglichen Stimmen. Der in Ostdüren lebende Christdemokrat folgt auf Thomas Rachel, der nach elf Jahren das Amt abgibt, weil er zum Kreisvorsitzenden seiner Partei gewählt worden ist. Der Parlamentarische Staatssekretär im Forschungs- und Bildungsministerium zieht eine positive Bilanz: Vor allem hebt er hervor, dass die Dürener CDU die einzige Partei in Deutschland sei, die ein Netzwerk für Migranten etabliert hat.

Zudem verweist auch er auf den hohen Anteil an Frauen, die in der Partei aktiv mitarbeiteten. Das sei die Stärke der CDU: „Viele unterschiedliche Charaktere zusammenzuführen. Das ist von Anfang an mein Ziel gewesen”, sagt Rachel. Der Rückzug falle ihm scher, er habe „viele Freundschaften geschlossen”. Bürgermeister Paul Larue und Fraktionschef Karl-Albert Eßer spielen den Ball zurück und loben die Zusammenarbeit mit Rachel, inklusive „seiner großen Präsenz und seines immensen Fachwissens”.

Zu Stellvertretern von Thomas Floßdorf wurden Iris Papst (2.) und Inge Prümm (4.)gewählt. Weitere Vertreter sind Karl-Albert Eßer (1.) und Stefan Weschke (3.). Zudem gab es bei der Mitgliederversammlung in der Kulturfabrik „Becker und Funck” Ehrungen, Delegiertenwahlen und ein Referat des Landtagskandidaten Rolf Seel.

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