Neuer Aussichtspunkt am Tagebau Inden in Höhe Merken

Neuer Aussichtspunkt am Tagebau Inden : Der Blick aus dem Baggerschaufel-Strandkorb

Bürgermeister Paul Larue (CDU) sprach bereits von einer neuen Attraktion für die Stadt Düren. Gemeint ist der Aussichtspunkt am nördlichen Ende der Roermonder Straße, der in den kommenden Jahren einen „spannenden Blick auf den Tagebau Inden“ eröffnet, wie Tagebauleiter Dr. Andreas Wagner von RWE Power betonte.

Spannend, weil die Besucher nicht nur die Entwicklung des Tagebaus in westlicher Richtung verfolgen können, sondern auch einen guten Blick auf die Braunkohleförderung in knapp 200 Metern Tiefe haben und zudem auch verfolgen können, wie die ausgekohlten Bereiche rekultiviert und die Böschungen für die künftige Restseegestaltung angelegt werden. „Die ganze Geometrie des Tagebaus wird schon jetzt stark vom künftigen See geprägt“, erklärte Wagner. Ein Beispiel sei die Anlage der sogenannten Flachwasserzone zwischen Schophoven und Kirchberg mit einer Oberflächengröße von sechs Hektar, die bereits im kommenden Jahr auch als Ersatz für den wegfallenden Lucherberger See mit Wasser gefüllt werde.

"Strandkörbe" der etwas anderen Art zieren den Aussichtspunkt Merken am Tagebau Inden. Foto: ZVA/Jörg Abels

Der neue Aussichtspunkt verfügt am Fuße über einen kleinen Parkplatz. Drei ausgediente Baggerschaufeln mit Bänken laden als „Strandkörbe“ der etwas anderen Art zum Verweilen ein. Schautafeln informieren den Besucher über die technische Seite des Tagebaus mit seinen großen Schaufelradbaggern und Absetzern, die künftige Restseegestaltung und die Rekultivierung. Ein Problem ist noch der fehlende Fußweg aus Richtung Merken. Doch das soll sich schnellstmöglich ändern, betonte Larue. Noch befindet sich die verlängerte Roermonder Straße zwar im Besitz des Landes. In Gesprächen mit Straßen.NRW solle aber eine Übertragung auf den Tagebaubetreiber oder die Stadt erreicht werden, so dass dann ein Fußweg gebaut werden kann. Platz genug sei vorhanden, verwies Larue auf fertige Pläne.

Aus Sicht der Politik begrüßte der Merkener Bezirksausschussvorsitzende Horst Knapp (CDU) den Bau des mittlerweile siebten öffentlich zugänglichen Aussichtspunktes an den drei Tagebauen Garzweiler, Hambach und Inden ausdrücklich. Bei aller Freude aber goss er auch ein Wasser in den Wein. „Dieser Aussichtspunkt sollte eigentlich am Ende einer Entwicklung stehen“, unterstrich Knapp und spielte damit auf den Dorfentwicklungsplan an, der seit Jahren vorliegt, ohne dass etwas geschehe. Ein Beispiel sei die Umgestaltung der Dorfmitte rund um die Kirche, die aufgrund von Problemen mit dem Kanalbau immer noch nicht begonnen wurde. „Wir brauchen jetzt endlich Lösungen“, forderte Knapp, wohl wissend, dass die Fachabteilungen im Rathaus nicht über mangelnde Arbeitsbelastung klagen können. Immer neue Projekte seitens der Politik anzustoßen, mache aber keinen Sinn, erklärte Knapp. „Für die Merkener, die sich seit zehn Jahren ehrenamtlich für die Zukunft ihres Ortes engagieren, ist der Stillstand einfach nur frustrierend.“

Der Aussichtspunkt soll bis zum geplanten Ende des Tagebaubetriebs im Jahr 2030 erhalten bleiben. Ob er auch während der Restseebefüllung und darüber hinaus Attraktion bleibe, sei noch offen, betonte Tagebauleiter Wagner.

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