Neue Wohnungen: Gemeinde Kreuzau setzt erste Punkte des Masterplans um

14-Millionen-Investition : Neue Gastronomie in Kreuzaus Mitte

„Schnäutzerbräu“ ist vor allem älteren Bewohnern in Kreuzau noch ein Begriff. Viele Jahrzehnte wurde schließlich Brunnenwasser in der Eifelgemeinde zu Bier gebraut. Wo die Brauerei Röhr 1998 den letzten Liter produzierte, befand sich kurzzeitig ein Getränkemarkt. Jetzt steht dort „Leo’s Brauhaus“. Dessen Zukunft könnte nun wenige Meter weiter liegen, denn die Gemeinde plant, dort Wohnungen und eben einen Neubau für Gastro­nomie entstehen zu lassen.

Dazu wird auch benachbartes Gelände einer ehemaligen Tankstelle an der Mühlengasse und Hauptstraße genutzt. „Schon seit Jahren versuchen wir, diese Flächen städtebaulich aufzuwerten“, schildert Bürgermeister Ingo Eßer (CDU).

Im ersten Schritt erwarb die Gemeinde das Brauhausgelände mit einer Gesamtfläche von 2843 Quadratmetern. Mit dem Masterplan für Kreuzau wurde vor zwei Jahren deutlich, dass sich der Standort der ehemaligen Brauerei für Wohnungen und Dienstleistungsangebote eignet. Damit wurde der Plan hinfällig, einen öffentlichen Platz für Bewohner anzulegen. Zugleich besteht Bedarf an hochwertiger Gastronomie. Ein Abriss des Brauhauses ohne adäquaten Ersatz war deswegen nicht gewünscht.

Foto: ZVA/Heinen, Thomas

Als die in Kreuzau ansässige „Meno Wohnungsbau GmbH“ im vergangenen Jahr das Eckgrundstück an der Mühlengasse erwarb, nahm die Gemeindeverwaltung Gespräche auf. Beide Grundstücke zusammen ermöglichen erst die von der Gemeinde  gewünschte Entwicklung. Was nun als Ergebnis den Kreuzauer Kommunalpolitikern zur Abstimmung auf dem Tisch liegt, bezeichnet Eßer als „Win-win-Situation“. Die Gemeinde verkauft das Brauereiareal an das Kreuzauer Unternehmen, das sich wiederum vertraglich verpflichtet, am Tor zur Hauptstraße einen Gastronomiebau zu errichten. Letzteres war Eßer ein besonderes Anliegen: „Leo’s Brauhaus ist ein beliebter Treffpunkt, darüber hinaus ist im Kreuzauer Ortszentrum wenig Gastronomie zu finden.“ Das Investitionsvolumen beträgt in Summe etwa 14 Millionen Euro.

Das Kreuzauer Unternehmen ist den Dürenern als Projektentwickler für das Areal der ehemaligen Firma Heyder zwischen der Hohenzollern- und der Ursulinenstraße bekannt, wo ebenfalls Wohnungen errichtet wurden. In Kreuzau sollen es derer insgesamt 46 sein, sieben davon in dem Komplex, in dem zwei Gastronomieunternehmen untergebracht werden. Mit diesem Bau soll auch begonnen werden. Ist er fertiggestellt, kann das ehemalige Brauhaus abgerissen werden.

Das alte Gebäude entspricht nicht den modernen Anforderungen. „Wenn der Pächter dort heute eine Konzession beantragen möchte, würde er die Voraussetzungen wahrscheinlich nicht erfüllen können“, sagt „Meno“-Gesellschafter Oliver Nolden. Die Investoren machen keinen Hehl daraus, das man mit dem Pächter intensiv spricht. Das Untergeschoss soll in der Gestaltung einem Brauhaus nahe kommen – allerdings barrierefrei, mit modernen Toilettenanlagen und einem Aufzug. Auch das Restaurant im ersten Obergeschoss und die Wohnungen sollen leicht erreichbar sein. Gesellschaftsräume für bis zu 80 Personen sind ebenfalls vorgesehen. Im Wohngebäude an der Mühlengasse sollen auch Geschäftsräume möglich sein.

Die Bauzeit wird mit mindestens 14 Monaten pro Komplex kalkuliert. Zunächst muss der Gemeinderat der Änderung des Bebauungsplans zustimmen. Ingo Eßer ist sich sicher, dass die Pläne von dort entsprechenden Rückenwind erhalten. Im Spätherbst könnte er dann rechtskräftig werden. Die Bagger könnten dann im Frühjahr 2020 anrollen. Nach dem Gastronomiekomplex soll der Bau der Eigentumswohnungen, ebenfalls alle barrierefrei, starten. Stellplätze werden auch angelegt: in Tiefgaragen. Die Option, die Mühlengasse zu erweitern, besteht nach dem Bau weiterhin.

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