Merzenich: Neue Seniorenanlage ist vom Tisch

Merzenich: Neue Seniorenanlage ist vom Tisch

Die Errichtung eines neuen Seniorenhauses am Ürlingsweg ist vom Tisch.

Der Rat der Gemeinde lehnte am Donnerstagabend aber auch die Erweiterung der betstehenden Seniorenanlage an der Burgstraße um weitere Einheiten für „betreutes Wohnen” mit 14 zu 12 Stimmen ab.

Hintergrund: Alle sind sich einig, dass in der Gemeinde weiterer Bedarf für betreutes Wohnen für Senioren besteht. Die Überlegung war jedoch, das Projekt am Ürlingsweg, nahe der Ansiedlung von Neu-Morschenich zu errichten. Und dort auch Pflegeplätze für Senioren zu schaffen.

Aus zwei Bewerbern wurde die Gesellschaft „Investment für Soziale Immobilien GBR” ausgewählt, die bereits den Marienhof in Merzenich betreibt. Doch Geschäftsführer Marcus Laufenberg schwenkete zuletzt um. Sinnvoller sei es, Einheiten für betreutes Wohnen an die bestehende Anlage an der Burgstraße anzubauen. So auch sein Vortrag jetzt vor dem Gemeinderat. Der Bedarf an Pflegeplätzen sei ohnehin kreisweit gesättigt. Die Nachfrage nach betreutem Wohnen hingegen ungebrochen groß.

160 Personen hätten bereits ihr Interesse angemeldet, so Laufenberg. 32 Wohnungen seien in einem ersten Bauabschnitt geplant. Von der Burgstraße aus könnten auch gehbehinderte Senioren die Ortsmitte mit Geschäften und Ärzten wesentlich leichter erreichen, nannte Laufenberg vor gut 25 interessierten älteren Zuhörern im Saal ein weiteres Argument für den veränderten Standort. Während sich die CD-Fraktion diesen Überlegungen anschließen konnte, fürchteten SPD und CDU einen riesigen neuen Gebäudekomplex im Ortszentrum. Da nutzte auch der Appell von Bürgermeister Peter Harzheim, „die Senioren haben es verdient, kurze Wege angeboten zu bekommen”, wenig: Am Ende gab es keine Ratsmehrheit für das Bauprojekt. Jetzt wird die Suche nach Standort und Investor wohl von vorne beginnen.

Senioren und Jugendliche erhalten zumindest eine bessere Betreuung aus dem Rathaus. Michael Staab, der sich bislang zu gleichen Teilen um die beiden Zielgruppen kümmerte, wird künftig 75 Prozent seiner Arbeitszeit für die Senioren verwenden, 25 Prozent für Jugendliche. Die Kinderbetreuung und aufsuchende Jugendarbeit wird nun mit einer vollen Stelle von Nicole von Esch geleistet, Elke Simons ist mit einer Zweidrittel-Stelle für die Kinder- und Teenagerarbeit zuständig.

Der Rat beschloss ferner die Vergabe von Zuschüssen an die Lambertus-Schützen (1800 Euro), Merzenich Event (833), Sebastianus-Schützen (5000), Marianische Schützen (9393), Tennis-Abteilung Rhenania Girbelsrath (5190) und Kultur- und Denkmalverein (470 Euro)