Düren: Neue Gottesdienstordnung in St. Lukas: Weniger Angebote, mehr Qualität

Düren : Neue Gottesdienstordnung in St. Lukas: Weniger Angebote, mehr Qualität

Die Dürener Innenstadtpfarre St. Lukas hat eine neue Gottesdienstordnung verabschiedet. Sicher gibt es ab dem 1. Mai nur noch drei Eucharistiefeiern, also Gottesdienste mit Austeilung der Kommunion — sonntags um 10.30 Uhr und um 18 Uhr in der Annakirche und samstags um 17 Uhr in der Grabes- und Auferstehungskirche St. Cyriakus in Niederau. Bisher gab es um die zehn Messen jedes Wochenende.

Alle anderen Feiern sind verlässlich „nur“ noch Wortgottesfeiern. Es sei denn, es stehen genügend Priester zur Verfügung. „Wir wollen für die Zukunft gerüstet sein“, sagt Hans-Otto von Danwitz, Pfarrer von St. Lukas. „Mit der neuen Regelung ist das liturgische Leben aller Gemeinde gesichert, trotz fehlender Priester gibt es verlässliche Eucharistiefeiern. Und es ist uns gelungen, in allen sechs Gemeinden von St. Lukas ein Gottesdienstangebot aufrecht zu erhalten.“

Derzeit gibt es in St. Lukas neben Hans-Otto von Danwitz noch Pfarrer Ernst-Joachim Stinkes, der aber krankheitsbedingt nicht mehr voll einsatzfähig ist, und Kaplan Achim Kohler, der im Sommer seine Kaplanszeit beenden und Düren verlassen wird. Außerdem unterstützen zwei Subsidiare, nämlich Toni Straeten (70) und Krankenhausseelsorger Rainer Mohren, die große Innenstadtpfarrei.

Intensive Diskussionen

„Die neue Gottesdienstregelung“, sagt von Danwitz, „können wir mit nur einem Priester sicherstellen. Sollten mehr Priester zur Verfügung stehen, gibt es mehr Eucharistiefeiern. Ansonsten müssen die Gläubigen sich vermehrt auf neue Gottesdienstformen einstellen, die auch ohne Priester auskommen.“ Die Entscheidungen für die neue Gottesdienstordnung, ergänzt von Danwitz, sei den Verantwortlichen von St. Lukas nicht leicht gefallen. „Es hat intensive, zum Teil auch sehr kontroverse Diskussion gegeben, bei denen wir uns natürlich gefragt haben, ob die neue Regelung wirklich den Bedürfnissen der Menschen entspricht.

Es ist uns beispielsweise sehr bewusst, dass es sicher ein schmerzhafter Einschnitt ist, dass es sonntags nicht mehr wie bisher um 10 Uhr eine Familienmesse gibt.“ Wichtig sei zudem, dass die neue Gottesdienstordnung auch die Zahl von Organisten und Küstern berücksichtige. Von Danwitz: „Am Ende aller Diskussionen hat der GdG-Rat einen einstimmigen Beschluss gefasst, und das ist ein gutes Signal.“

Natürlich ist die Pfarre St. Lukas längst nicht die einzige Gemeinschaft der Gemeinden im Bistum Aachen, die über eine neue Gottesdienstordnung nachdenkt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Zum einen ist die Zahl der Priester stark rückläufig. Im Bistum Aachen gibt es heute noch 242 Pfarrer, vor zehn Jahren waren es 109 mehr. Dem gegenüber nimmt allerdings die Zahl der Laien, die ehrenamtlich als Gottesdienstleiter arbeiten zu — mittlerweile übernehmen bistumweit 1500 Männer und Frauen dieses Amt.

Auch die Zahl der Gottesdienstbesucher nimmt deutlich ab. Immer am zweiten Fastensonntag und am zweiten Sonntag im November werden die Kirchgänger erfasst. In der Region Düren sind in dem Zusammenhang im vergangenen Jahr 12.950 Gottesdienstbesucher gezählt worden. Das sind gerade einmal 8,7 Prozent aller Katholiken der Region. 2006 gab es immerhin noch 21.555 Gottesdienstbesucher (12,6 Prozent der katholischen Christen).

Keine festen Vorgaben

Feste Vorgaben, wie viele Gottesdienste einzelne Pfarrgemeinden anbieten sollen, macht das Bistum nicht. Bistumssprecherin Anja Klingbeil erklärt: „Trotzdem gibt es natürlich schon einige Regeln. Ein Priester darf zum Beispiel nicht mehr Messen feiern, als im Kirchenrecht vorgesehen sind, und das sind drei am Sonntag inklusive Vorabendmesse.“ Grundsätzlich fordert das Bistum von den GdGs eine „verlässliche und für die kommenden Jahre gesicherte Planung“. Klingbeil bekräftigt: „Verlässlich, oft sicherlich auch zentrale Orte und Zeiten für Eucharistiefeiern werden in Zukunft ganz sicher immer wichtiger werden.“

Für Hans-Otto von Danwitz ist noch ein ganz anderer Aspekt entscheidend: die Qualität der Feiern. „Wir möchten, dass die Wortgottes- und Eucharistiefeiern, die wir anbieten, qualitativ gestaltet sind. Das ist uns wirklich wichtig.“ Deswegen findet in St. Lukas ab sofort an jedem Montag um 18 Uhr ein „Glaubensgespräch“ statt. „Dort treffen wir uns mit den ehrenamtlichen Gottesdienstleitern“, erklärt von Danwitz, „und besprechen das Evangelium für die kommende Woche. Dieses Gespräch kann also als Vorbereitung für die nächsten Gottesdienste dienen.“

Genau das, ergänzt von Danwitz, sei im Sinne des angestoßenen Innovationsprozesses sehr wichtig. „Es kann nicht nur darum gehen, Dinge zu bewahren, sondern auch einen Anspruch auf Qualität zu haben. Und wir müssen versuchen, mit neuen Gottesdienstformen auch neue Leute anzusprechen.“ Zu guter Letzt, betont der Geistliche, sei die neue Gottesdienstordnung auch ein Votum für alle noch bestehenden Kirchengebäude. „Wir haben nach wie vor überall Angebote. Das ist ein Bekenntnis für unsere Kirchen, die wir noch haben.“

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