Düren: Neue Angebote am Rurtalgymnasium schaffen mehr Zeit zum Lernen

Düren: Neue Angebote am Rurtalgymnasium schaffen mehr Zeit zum Lernen

„Der Zuspruch war nicht so wahnsinnig groß, trotzdem bin ich nach wie vor der Meinung, dass es richtig war, in Düren ein Ganztagsgymnasium zu etablieren.“ Franz Holtz ist Schulleiter des Rurtalgymnasiums (RTG) und hat zum Schuljahr 2010/11 an seiner Schule den Ganztagsunterricht etabliert.

Ab dem kommenden Schuljahr werden alle Schüler der Klassen fünf bis neun in diesem Modell betreut. „Wir haben den verbindlichen Ganztagsunterricht“, betont Holtz. „Bei uns haben die Kinder montags, mittwochs und donnerstags von 7.50 bis 15.30 Uhr Unterricht.“

Das, so Holtz weiter, sei auch der Hauptunterschied zu den anderen Gymnasien, wo natürlich im Zuge von G 8 mittlerweile auch nachmittags Unterricht stattfinden würde. Trotzdem lassen die Anmeldezahlen am Rurtalgymnasium zu wünschen übrig: In Klasse fünf werden 54 Kinder unterrichtet, in Klasse sechs 64, nur der zweite Ganztagsjahrgang am Rurtalgymnasium ist mit 80 Schülern dreizügig. „Die Zahlen haben mich enttäuscht. Da hatte ich mir mehr erwartet“, so Franz Holtz.

Der demografische Wandel, so der Schulleiter, sei spürbar. „Wir spüren einen deutlichen Rückgang von Schülern aus dem Kreisgebiet. Und es kommen vermehrt Anfragen von Eltern, warum es nur an drei Tagen in der Woche am Nachmittag Unterricht gibt.“ Hier will der Schulleiter ansetzen. Ab dem kommenden Schuljahr soll es an allen fünf Nachmittagen der Woche ein schulisches Angebot am Rurtalgymnasium geben. Holtz: „Jedenfalls dann, wenn die Eltern das wollen.“

Ab dem kommenden Schuljahr soll die Möglichkeit bestehen, zusätzliche Betreuungsangebote am Nachmittag zu buchen, allerdings gegen Aufpreis. Franz Holtz: „Das können wir nicht mit den 20 Prozent zusätzlichen Lehrerstellen, die wir haben, bewerkstelligen.“ Schon jetzt werden die Schüler des RTGs gefragt, an welchen Arbeitsgemeinschaften sie ab dem kommenden Schuljahr gerne teilnehmen würden. „Dieses Angebot möchten wir ja für alle Kinder schaffen und nicht nur für die, die nach den Sommerferien ins fünfte Schuljahr kommen.“

Der Stundenplan am RTG beinhaltet schon jetzt jeden Tag eine so genannte „Arbeitsstunde“, in der die Kinder ihre Hausaufgaben machen können, in der Regel ist zudem die siebte Stunde für die Mittagspause reserviert. Ab dem Schuljahr 2014/15 sollen die Kinder auch die zehnte Stunde (von 15.30 bis 16.15 Uhr) noch in der Schule verbringen können, um Hausaufgaben zu machen. Gegen einen Aufpreis von 65 Euro im Monat. Holtz: „In diesen Stunden werden die Kinder aber dann auch von Lehrern unserer Schule betreut.“

Grundsätzlich hält Franz Holtz auch die Schüler der unteren Klassen in den Nachmittagsstunden noch für aufnahmefähig. „Natürlich kommt es vor, dass Kinder manchmal müde sind. Da ist dann von den Lehrern schon Fingerspitzengefühl in Sachen Didaktik und Methodik gefragt.“ In den vier Jahren, in denen es am RTG Ganztagsunterricht gibt, hat erst ein Schüler gewechselt, weil ihm das Pensum zu anstrengend war. „Ansonsten“, so Holtz, „habe ich deswegen nie Klagen gehört.“ Im Gegenteil: Wenn die Schüler des RTGs nachmittags nach Hause kämen, sollten sie in der Regel mit ihren Hausaufgaben fertig sein.

Zu Hause noch Vokabeln lernen

„Im besten Fall müssen zu Hause nur noch Vokabeln gelernt und sich auf Klassenarbeiten vorbereitet werden“ Dass das nicht immer funktioniert, weiß Holtz auch: „Das liegt aber dann daran, dass die Kinder noch nicht so gut selbstständig arbeiten können, und ihre Zeit nicht nutzen. Aber auch das sollen sie hier lernen.“ Im Zuge von G 8 sei das Lernen an einem Ganztagsgymnasium entspannter. „Ich glaube schon“, so Holtz, „dass wir hier mehr Ruhe zum Lernen haben.“

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