Vossenack: Naturwissenschaft und der Politik zugetan

Vossenack: Naturwissenschaft und der Politik zugetan

Das Internet-Lexikon Wikipedia nennt ihn „einen anerkannten Echsen- und Schildkrötenexperten” und weiß, dass er über 40 Bücher über Reptilien und Amphibien geschrieben hat.

Manfred Rogner wohnt in Vossenack, und in seiner Heimatgemeinde Hürtgenwald kennt man ihn als grünen Kommunalpolitiker. 30 Jahre lang war Rogner als Lehrer für Deutsch und Biologie im Einsatz, bevor er vor etwa zehn Jahren sein Hobby zum Beruf machte.

Die Karriere als Akademiker wurde ihm nicht in die Wiege gelegt. In Duisburg geboren besuchte er acht Jahre lang die Volksschule, schaffte später eine Begabtensonderprüfung. „Dann durfte ich studieren”, sagt er und die Freude leuchtet ihm dabei noch heute aus den Augen.

Schon seit seiner Bundeswehrzeit schreibt Rogner Reiseberichte, über Naturreservate. Er schaffte sich Aquarien und Terrarien an und hat mit Erfolg viele Amphibien- und Reptilienarten - darunter auch seltene - nachgezogen. Er reiste durch Europa, Afrika und Asien, durch Nord-, Mittel- und Südamerika. Und er beschrieb und fotografierte besonders die Tiere in den Terrarien, weil man dort Vorgänge sehen kann, die man in der Natur nicht beobachten kann. Die Eiablage und das Schlüpfen der Jungen zum Beispiel. Sein erstes Buch erschien 1980, „und dann jedes Jahr eins oder zwei”, erzählt er.

Und die Politik? „Ich habe mich schon immer da, wo ich gewohnt habe, für alles interessiert, was so passierte, also auch für die Politik.” Als seine Frau für die SPD im Rat von Hürtgenwald saß, „habe ich ihr immer gesagt: mach mal dies, mach doch mal das”. „Mach es mal selbst” habe sie schließlich zu ihm gesagt. Und als kurz vor der letzten Kommunalwahl die Grünen in Kandidaten-Not kamen, „habe ich Oliver Krischer versprochen, dass ich in den Rat gehe”.

Da sitzt Rogner nur regelmäßig für die Grünen, neben der Gattin übrigens, die sich als SPD-Mitglied engagiert, und kämpft zum Beispiel gegen das ständige Ausweisen von Bauland. Gegen die Errichtung der Hähnchenmastanlage in Müddersheim hat er als Mitglied des Landschaftsbeirats gestimmt. Die Landwirtschaft schreie nach Flächen, so sagt er, wegen des hohen Bedarfs an nachwachsenden Rohstoffen und wegen fehlender Anbauflächen für Nahrungsmittel und Viehfutter. „Und die Landwirtschaftskammer stimmt für den See bei Inden.” Die Umwandlung der europäischen Wasserrahmenrichtline (2027 müssen alle Fließgewässer barrierefrei für de Tiere sein) beobachtet er genau. Ihn ärgert, dass zwar spätestens 2015 das Grundwasser in einem besseren Zustand sein soll, jetzt aber immer noch Klärschlamm (mit Schwermetallen) und Gülle auf die Äcker verbracht werden.

Das wird im Gespräch mit Manfred Rogner offensichtlich: Genau so wie für seine Amphibien und Reptilien setzt er sich für die heimische Fauna und Flora ein. Und das macht ihn sympathisch.