Narrenzunft: Erste von drei Sitzungen im Posthotel

Dürener Narrenzunft : Die heiße Phase der Session ist eingeläutet

Die Narrenzunft hat mit der ersten von insgesamt drei traditionellen Sitzungen im Posthotel die heiße Phase der Session eingeläutet.

Im Saal des Posthotels Düren reihten sich die Tische und Stühle dicht aneinander. Zum Aufstehen war es vielleicht etwas eng, aber dafür war die Nähe zum Sitznachbarn ideal für gemütliches Schunkeln. Es ist ein bisschen wie bei einem großem Familientreffen, wenn die Narrenzunft Düren zu ihren Sitzungen einlädt: Hier entsteht auch die Bühnenunterhaltung noch ganz in Eigenarbeit. Und befreundete Karnevalsgesellschaften füllten am Samstag die Tische.

Denn die Narrenzunft läutete mit der ersten von insgesamt drei traditionellen Sitzungen im Posthotel die heiße Phase der Session ein. Ihr diesjähriges Motto „Ons Stadt, ons Medde – Janz Düre es ons Veedel“ hätte in der heimeligen Atmosphäre des Saals nicht passender sein können.

Nach dem gemeinsamen Einmarsch eröffneten die jüngsten im Bunde, die Kadetten, die Sitzung mit einem Gardetanz und viel Elan. Bereits zu Anfang kündigte sich dann hoher Besuch an. Prinz Heinz I. und Prinzessin Petra II. wurden in Reimform durch das Präsidium Wolfgang Sieger, Florian Dräger und Philipp Dräger begrüßt.

Anschließend wurde es musikalisch, denn die Mottogruppe präsentierte wie jedes Jahr das Sessionsmotto, verpackt in einem schwungvollen Lied. So wurde das Publikum schon einmal in beste Stimmung gebracht, aber auch der beachtliche Aufwand, den das Design des Ordens mit sich bringt, wurde mit viel Applaus gewürdigt. Weiter ging es tänzerisch mit Juniorenmariechen Pauline Sieger und musikalisch mit Schlagersänger Karl-August Ploennes.

Auch für die Lachmuskeln wurde einiges geboten. Monika Dräger überzeugte gewohnt in ihrer Rolle als Clown, die in den vergangenen Jahren schon zur Kultfigur des Vereins geworden war. Sie und Markus Ploennes wurden außerdem für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft sowohl vom Verein als auch vom Regionalverband Düren geehrt.

Politische Satire durfte natürlich auch nicht fehlen, so wurden traditionell Politiker aus aller Welt durch den Kakao gezogen. Dabei bekam vom Präsidenten der USA, Donald Trump, bis hin zur Regionalpolitik in Form von Liesl Koschorrek oder Wolfgang Spelthahn jeder sein Fett weg. Das Mariechen Anika Sieger beendete mit ihrem anspruchsvollen Tanz die erste Hälfte, bevor sie und ihre Jugendgesangsgruppe „Die Musikasse“ den zweiten Teil eröffneten.

Dann ging es in die Bütt: „Der Ärme Papp“ – eine Figur die schon seit Jahrzehnten durch Karl-August Ploennes dargeboten wird – schaffte es ebenso wie Hans Laskowski mit seiner traditionellen Bütt als „Schüchterner Liebhaber“ das Publikum zu späterer Stunde noch in seinen Bann zu ziehen. Auch ohne Jahrzehnte an Erfahrung überzeugten außerdem Anika Sieger, Johanna Pakulat und Tobias Bovelett als „Die Kastagnetten“.

Im Anschluss glänzten Anna Sieger und Tobias Bovelett als Tanzpaar, und das Showballett der Damen sowie das Männerballett „Die Lackschnecken“ brachten mit ihren auf das Motto bezogenen Tänzen nochmal Stimmung in den Saal. Abgerundet wurde der zweite Teil durch Rolf Proenen, der als Schlagersänger auf der Bühne stand, sowie der Gesangsgruppe „Schnüss To Go“ die das Finale gestalteten.

Wer nun aufgepasst hat, dem fällt auf, dass es bei der Narrenzunft durchaus üblich ist, gleich mehrmals am Abend auf der Bühne zu stehen. Hier ist alles Handarbeit und darauf sind die Karnevalisten besonders stolz. Ihrem Motto blieben sie bei solch einer familiären Atmosphäre jedenfalls mehr als treu.

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